1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Direkt vor Angehörigen-Treffen Anschlag auf Zweibrücker Soldaten

Direkt vor Angehörigen-Treffen Anschlag auf Zweibrücker Soldaten

Zweibrücken/Contwig. Die Bundeswehr hatte für Samstagvormittag alle Angehörigen der rund 400 im Januar nach Afghanistan verlegten Soldaten der Zweibrücker Niederauerbachkaserne in die Sport- und Festhalle nach Contwig eingeladen, um sie mit der neu eingerichteten Familienbetreuungsstelle der Bundeswehr bekannt zu machen

Zweibrücken/Contwig. Die Bundeswehr hatte für Samstagvormittag alle Angehörigen der rund 400 im Januar nach Afghanistan verlegten Soldaten der Zweibrücker Niederauerbachkaserne in die Sport- und Festhalle nach Contwig eingeladen, um sie mit der neu eingerichteten Familienbetreuungsstelle der Bundeswehr bekannt zu machen. Angekündigt war eine Live-Verbindung mit Afghanistan zwischen Brigadekommandeur General Eberhard Zorn in Contwig und dem Zweibrücker Bataillonskommandeur Oberstleutnant Andreas Steinhaus in Afghanistan. Die Verbindung kam jedoch nicht zustande. Angeblich wegen einer Inkompatibilität zwischen den Übertragungsmodalitäten scheiterte auch die angekündigte zweite Live-Verbindung, in der sich Angehörige direkt über die Zustände in Kundus hätten informieren können sollten. Erst nach der Veranstaltung wurde bekannt: 18 Minuten zuvor hatte es bei Kundus einen Anschlag gegeben, zwei Zweibrücker Fallschirmjäger wurden verletzt (siehe Bericht auf Seite 1).Bei den mehreren hundert Angehörigen in der Contwig gab es lange Gesichter, als die Verbindungsversuche scheiterten. Die befragten Ehefrauen fassten sich in Geduld. Sie könnten für wenig Geld mit ihren Ehemännern in Afghanistan telefonieren, könnten Briefe schreiben und Päckchen schicken. "eines ist schon angekommen", freut sich eine junge Frau. Ihren Namen wollten die Angehörigen nicht sagen. "Es gibt auch in Deutschland Taliban", erklärt eine junge Mutter diese Zurückhaltung. Brigadegeneral Eberhard Zorn blickt im Gespräch mit dem Merkur auch schon nach vorn: "Die Soldaten stehen in Afghanistan unter großem Druck, der natürlich in Deutschland dann noch anhält, so dass auch von Seiten der Familie Rücksicht und Entgegenkommen beim Wiedersehen nötig sind." Psychische Veränderungen, wie jüngst im ARD-Tatort thematisiert, seien natürlich möglich. "Es gibt jetzt, wie gesagt, die Familienbetreuungsstelle in der Niederauerbachkaserne, Felsbergstraße 14, die von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16 Uhr und Freitag von 7.30 bis 11.30 geöffnet ist, telefonisch erreichbar unter (0 63 32) 9 68 33 32", sagt Stabsfeldwebel Horst Kircher, der als Ansprechpartner seinen Ruhestand bis August unterbricht. Dann sind die Zweibrücker Soldaten aus dem Einsatz zurück. Bei der Brigade stehen ein Psychologe, ein Sozialarbeiter so wie ein evangelischer und ein katholischer Militärpfarrer Soldaten wie Angehörigen zur Verfügung. fro

"Es gibt auch in Deutschland Taliban."

Angehörige wollen nicht mit Namen

in die Zeitung.