1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

"Dieser Einsatz ist hoch riskant"

"Dieser Einsatz ist hoch riskant"

Zweibrücken. Von einem schneidenden Wind und einem Schneegestöber wurden am Freitag die Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 263 beim Einmarsch auf den Exerzierplatz der Niederauerbach-Kaserne begleitet. Doch Wetterunbilden werden in den nächsten Monaten die geringste Sorge der 450 Soldaten sein

OB Reichling überreicht Kommandeur Steinhaus die Zweibrücker Fahne.

Zweibrücken. Von einem schneidenden Wind und einem Schneegestöber wurden am Freitag die Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 263 beim Einmarsch auf den Exerzierplatz der Niederauerbach-Kaserne begleitet. Doch Wetterunbilden werden in den nächsten Monaten die geringste Sorge der 450 Soldaten sein. Ab Januar gehen die Fallschirmjäger für sechs Monate nach Kunduz in Afghanistan "Dieser Einsatz ist weiterhin hoch riskant und gefährlich", sagte Brigadekommandeur General Eberhard Zorn beim Abschiedsappell des Bataillons.Für viele der 450 Soldaten ist der Einsatz nichts Neues. Eine große Zahl war erst im März aus Afghanistan zurückgekommen. General Zorn ist sicher, dass die Soldaten ihren Auftrag wieder "robust und klaglos" erfüllen. Auch der Kommandeur des Fallschirmjägerbataillons, Oberstleutnant Andreas Steinhaus, ist überzeugt, dass die Soldaten, "standhaft und mit der gebotenen Härte" ihre Aufgabe erfüllen. Er wünschte, dass alle gesund wieder zurückkehren. "Das kann ich Ihnen nicht versprechen. Versprechen kann Ihnen aber, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, damit das erreicht wird." Die große Zahl an Angehörigen und Vertretern des öffentlichen Lebens bei dem Appell wertete Steinhaus, der mit nach Afghanistan geht, als "sichtbares Zeichen für den Rückhalt der Soldaten in der Gesellschaft". Die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU) sagte: "Als Wahlkreisabgeordnete und Mitglied im Verteidigungsausschuss ist es für mich eine Pflicht, hier zu sein." Sie beklagte, dass die Soldaten nicht immer die nötige Anerkennung erhielten. Dabei übernähmen die Soldaten eine ganz neue Aufgabe in Afghanistan, sagte Oberbürgermeister Helmut Reichling. "Sie kämpfen nicht für die nationale Ehre, sondern für eine Idee: Die Idee der Menschenwürde und der Freiheit", rief Reichling den Fallschirmjägern zu. Und deshalb sei die "alte Garnisonsstadt" Zweibrücken stolz "auf ihre Soldaten". Reichling überreichte Steinhaus die Fahne der Stadt, die Glück bringen soll. Beim Fallschirmjägerlied "Rot scheint die Sonne" kam dann auch der blaue Himmel wieder durch die Wolken.