Was jetzt in Zweibrücker Heimen gilt Vorsicht ist besser als Nachsicht

Zweibrücken · Die Spitzen der Seniorenheime in Zweibrücken haben sich über die Regeln für die nächsten Tage verständigt. Was jetzt gilt.

 Die Zweibrücker Seniorenheime, hier das Wichern-Haus, haben durch ungeimpfte Zugänge mittlerweile wieder Immunisiuerungsquoten von unter 90 Prozent.

Die Zweibrücker Seniorenheime, hier das Wichern-Haus, haben durch ungeimpfte Zugänge mittlerweile wieder Immunisiuerungsquoten von unter 90 Prozent.

Foto: Nico Tielke

Die Senioren in den Heimen und die Pflegekräfte gehörten zu den ersten Personengruppen, die sich gegen Corona impfen lassen konnten. Trotzdem kehrte das normale Leben nur langsam zurück in die Einrichtungen: Es wurde weiter getestet, es wurden weiter Masken getragen, das Leben blieb auch für die vollständig Geimpften Bewohner eingeschränkt. Vor dem Hintergrund der neuen Regelungen in Rheinland-Pfalz, die sich an der Immunisierungsquote und den Inzidenzwerten orientieren, haben sich die Spitzen der Pflegeeinrichtungen in Zweibrücken in einer Video-Konferenz auf gemeinsame Regeln verständigt.

Ein Faktor, der pauschale Erleichterungen für die Bewohner der Einrichtungen verhindert, ist die Durchimpfungsquote: Gemeinsame Mahlzeiten und uneingeschränkter Besucherverkehr sind erst bei einer Quote von 90 Prozent oder höher vorgesehen. Dazu Raphaël Baumann, Leiter des Wichern-Hauses, stellvertretend für die Teilnehmer der Konferenz: „In den Einrichtungen sinkt die Immunisierungsquote durch ungeimpfte Neuzugänge.“ Alle Heime hätten jetzt eine Immunisierungsquote unter 90 Prozent. „Das bedeutet, dass auch weniger Besucher kommen dürfen.“ Das Nachimpfen von Neuzugängen sei zudem nicht einfach, da das mobile Impfteam für einzelne Impfungen nicht in die Häuser komme und „nicht alle Hausärzte hier engagiert sind“. Zur Erinnerung: Die mobilen Impfteams hatten in einem Kraftakt alle einschlägigen Einrichtungen aufgesucht und dort in Abstimmung mit den Leitungen die Bewohner immunisiert, damit sie nicht nach und nach ins Impfzentrum im ehemaligen City-Outlet gefahren werden müssen.

Mit sinkender Immunisierungsquote steigen aber auch Einschränkungen für die Bewohner. So wird es in den Heimen bis zum 15. Juni noch keine bereichsübergreifenden Veranstaltungen und Beschäftigungsangebote geben, bis zum gleichen Stichtag soll es keine gemeinsamen Mahlzeiten von Bewohnern verschiedener Wohnbereiche geben.

Baumann weiter: Wir bleiben weiterhin extrem vorsichtig! Auch vollständig Geimpfte können hoch infektiös erkranken, wenn auch mit abgeschwächtem Verlauf. Die Mutationen sind ein weiteren Risiko.“ Um weiter auf der sicheren Seite zu sein, werden Bewohner und Beschäftigte weiterhin einmal pro Woche routinemäßig auf eine Corona-Infektion getestet. Für die Besuchenden bieten die Einrichtungen häuserspezifisch und im Rahmen ihren Kapazitäten Testungen an.

Die Einrichtungen befürworten schließlich auch den Einsatz der Luca- App zur Kontakt-Nachverfolgung. Das Gesundheitsamt in Pirmasens hatte die App erst vor kurzem in ihrem Zuständigkeitsbereich eingeführt. Wie der Einsatz der App genau geregelt werden soll, muss mit der Heimaufsicht abgestimmt werden.

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