1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Diebe im künftigen Corona-Nothospital Zweibrücken

Ex-Evangelisches Krankenhaus Zweibrücken : Dreister Diebstahl behindert Arbeiten für Corona-Notklinik

Unbekannte haben im früheren Evangelischen Krankenhaus Zwei­brücken für die Reinigung benötige Geräte und Materialien geklaut.

Das im Herbst 2016 geschlossene Evangelische Krankenhaus am Himmelsberg wird derzeit als Nothospital für Covid-19-Patienten vorbereitet. Dazu gehört auch eine gründliche Reinigung der noch leerstehenden Räume im zweiten und fünften Stockwerk. Doch die Reinigungskräfte der Stadt Zweibrücken konnten am Montagmorgen ihre Arbeit nicht wie geplant beginnen.

„Reinigungsgeräte wie Staubsauger und Reinigungsmaterial waren nicht mehr da“, bestätigt Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) entsprechende Merkur-Informationen. „Das wurde geklaut“, empörte sich der OB den dreisten Diebstahl. „Da wollen wir einen Beitrag leisten, um gewappnet zu sein, wenn sich die Zahl der mit Corona infizierten Personen erhöht. Und dann sowas!“

Die Stadt habe Anzeige gegen unbekannt gestellt, sagte Wosnitza. Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei sei der Einbruch irgendwann zwischen Freitag, 27. März, und Sonntag, 30. März, erfolgt. Zum genauen Tatvorgang hielt sich die Polizei auch auf Nachfrage zurück, die Kripo sei eingeschaltet. Ein Sprecher bestätigte, dass es sich um Reinigungsgeräte und -material handele. Medizinische Ausstattung sei nicht gestohlen worden.

Laut Polizei ist allein die Stadt Geschädigte des Diebstahls. In dem Gebäude sind unter anderem noch eine Radiologische Praxis und eine Station des Nardini-Klinikums. Der Schaden wird auf einen „niedrigen fünfstelligen Betrag“ geschätzt. Am Gebäude sei bei dem Einbruch „kein großer Schaden“ entstanden.

Vor einer Woche hatte die Stadt informiert, dass in der ehemaligen Intensivstation, der Kinderstation und der Ambulanz Räume für das Notspital eingerichtet werden (wir berichteten). Das THW bereitete die Räume zunächst vor und die Stadt begann mit der Generalreinigung. Am Freitag hat Dr. Christoph Gensch zudem mitgeteilt, dass in den fünften Stock eine zentrale Ambulanz für die niedergelassenen Zweibrücker Ärzte geschaffen werde (wir berichteten). Dort können Ärzte auf Covid-19 positiv getestete Personen behandeln, ohne dass diese anderen Kranken begegnen. Nach der Reinigung sollten in dieser Woche auch die Betten kommen, hatte Feuerwehrinspekteur Frank Theisinger erwähnt.

„Wir lassen uns auch nicht von der Tat dummdreister Menschen nicht irritieren. Wir setzen unser Vorhaben wie geplant um“, sagte am Montag der verärgerter Oberbürgermeister Wosnitza. Das Kopfschütteln war auch am Telefon zu spüren.