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Die Zweibrücker Stadtkapelle steht in den Startlöchern

Interessierte Musiker können sich mit der Stadtkapelle vorbereiten : Stadtkapelle startet ein „offenes Projekt“

Nicht nur die Mitglieder der Zweibrücker Stadtkapelle, sondern alle interessierten Musiker aus der Saar-Pfalz, können sich bereits jetzt auf einen musikalischen Wiedereinstieg, „sobald es möglich ist“, vorbereiten. Kurzfristig gibt es dann das erste Konzert.

Selbst ist der Musiker. Dieses Motto haben die Verantwortungsträger der Stadtkapelle Zweibrücken bei ihrer virtuellen Vorstandsitzung gleich zu Jahresbeginn ausgerufen. Denn während allerorten der Lockdown im Mittelpunkt zu stehen scheint, konzentriert sich das musikalische Zweibrücker Aushängeschild auf eine Lösungsfindung. Einmal mehr. Hatten sich die rund 40 Musikerinnen und Musiker doch bereits im vergangenen Jahr an die erschwerten Probebedingungen in der Halle der ehemaligen Hauptschule so gewöhnt, dass sie gleich zu zwei Konzerten auf dem Schlossplatz einluden.

Damals allerdings hatte sich das Blasorchester unter Leitung von Björn Weinmann auf bereits bekannte Titel konzentriert und akribisch daran gefeilt. Eine weitere Leistungssteigerung, die nicht nur mit geübten Ohren wahrnehmbar war. Unter dem Motto „Statt Fest“ half das „Comeback“ der Stadtkapelle, die 2019 übrigens ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert hatte, dabei, über das ausgefallene Stadtfest hinweg zu trösten.

Begeistert von den Möglichkeiten des Open-Air-Standorts gab es mit „StandFest“ wenige Wochen später im September bereits ein weiteres Konzert. Die geplanten Fortsetzung mit „WetterFest“ und „WinterFest“ auf der Naturbühne Schlossplatz fielen den coronabedingten Auftrittsverboten zum Opfer.

Doch jetzt setzt die Stadtkapelle auf „Durchstarten 2021“ – und das nicht nur mit bekannten, sondern auch mit neuen Titeln. Um einen kurzfristigen musikalischen Wiedereinstieg zu ermöglichen, sobald es die Umstände wieder zulassen, hat der Vorstand festgelegt, dass die Vorbereitungen für die Aufnahme des Musikbetriebes drei Elemente umfassen. „Wir planen den musikalischen Wiedereinstieg als offenes Projekt“, informiert der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Volker Lehner.

Will heißen: Daran beteiligen können sich nicht nur die Stamm-Mitglieder der Stadtkapelle, sondern auch andere Musiker, die sich den gestellten Anforderungen gewachsen fühlen oder daran wachsen möchten. Denn die Musiker sind jetzt eingeladen, sich zu Hause selbstständig jeden Monat auf drei neue Titel vorzubereiten. Zwei dieser Titel befinden sich in der Konzertmappe. Jeweils ein neuer Titel wird zugeschickt.

Volker Lehner beschreibt: „Alle Titel können im Internet aufgerufen und angehört werden. Natürlich kann da jeder auch mitspielen.“ Für Januar sind der Konzertmarsch „Arsenal“ von Jan Van der Roost, „When the saints go marching in“ im Arrangement von Naohiro Iwai und – als neuer Titel – „Tetris“ von Marc Reif vorgesehen. Wie in dem in Russland entwickelten Computerspiel, müssen alle die unterschiedlichen Elemente von tänzerisch oder rhythmisch-synkopisch bis lyrisch-melodiös zueinander passen. So entsteht ein sehr interesssantes und vielfältiges Klangerlebnis für die Zuhörer und eine sehr gute Übungsmöglichkeit für die Musizierenden.

Die Orchesterproben werden unverzüglich wieder aufgenommen, sobald es erlaubt wird. Sollte dies im April der Fall sein, haben die Musikerinnen und Musiker also insgesamt neun Titel für die erste Probe vorbereitet. Diese neuen Titel bilden den Grundstein für ein kurzfristig sich anschließendes Standkonzert. „Innerhalb von drei bis höchstens vier Wochen nach Probenbeginn wird das Orchester spielbereit sein“, ist Volker Lehner sicher.

Somit biete die Stadtkapelle allen interessierten Musikern der Region die Gelegenheit, bei diesem Projekt mitzuwirken. Bei allen Titeln handele es sich um Mittelstufenstücke, welche bei entsprechender persönlicher Vorbereitung und Motivation zu meistern seien. Der Vorsitzende verspricht außerdem: „Die Literatur werden wir Interessenten zusenden und diese auch bei Fragen begleiten.“

Kontakt: Volker Lehner, Tel. (0151) 18 76 51 98 oder per Mail an volker.lehner@skzw.de