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Die Zweibrücker Künstlerin Monika Corona

Die Zweibrücker Künstlerin Monika Corona : Wie aus Träumen Bilder werden

Die Zweibrücker Künstlerin Monika Corona tägt ihren Künstlernamen bekanntlich nicht erst seit Pandemiezeiten. Es ist die spanische Übersetzung ihres Familiennamens Krohn(e). Die komplizierte Gegenwart wirkt sich auch auf ihre Gemälde aus.

„Game over!“ So heißt das neueste Werk von Monika Corona. „Das Spiel ist vorbei!“ Das wünscht sich die feinfühlige Zweibrücker Künstlerin auch bezüglich der Pandemie, die den Menschen so viel abverlangt, so viel Unsicherheit und Schrecken verbreitet. Sie wünscht sich, dass möglichst viele Menschen das Wort „Corona“ auch künftig mehr mit ihren schönen Bildern verbinden. Allerdings hat sie das ganze vergangene Jahr über auch ihre aufkeimenden Sorgen und Zweifel in ihren Bildern verarbeitet.

Das Bild „Game over!“ entstand nach einem Traum. „Er war so klar und lebendig, dass ich ihn einfach verewigen musste“, erklärt die 59-jährige Autodidaktin. Allerdings hat sie die Perspektive gewechselt: Im Traum entgleitet ihr, als sie ins Meer hinabtaucht, die Öllampe und – beleuchtet mit einem Mal ein Schachspiel mit umgeworfenen Figuren und geschlagenem König. Schach matt!

Vorbei mit kühlem Taktieren, Schlag und Gegenschlag, Angriff und Abwehr. Licht im Dunkel. Das Bild zeigt auch die Frau, die wie eine leuchtende Lichtgestalt die Bedrohung zwar spürt, ohne den mit Abstand im Dunkel lauernden Hai jedoch zu sehen. Ihr Licht scheint ihn zu hemmen: Das Maul ist geschlossen, wenngleich die Zähne blitzen, er schaut – verdutzt.

Eine Art lichtvolle Rebellion, die eine Illusion zerstört? Das weiß die Malerin selbst nicht so genau, war es doch ein Traum. Wenngleich die Botschaft „Game over!“ bei aller Tiefgründigkeit und Mystik, die ihren Bildern zu eigen ist, sehr klar herüberkommt als ein Zeichen der Hoffnung.

„Mich beschäftigt das Thema Covid sehr“, gibt sie unumwunden zu. Zur Entspannung ihrer zeitweise angespannten Nerven entstand ein Stillleben, doch auch die Sehnsucht nach Freiheit regte sich in ihr. So wie in der unnahbaren Frauenschönheit mit dem durchdringenden Blick, der in die Seelentiefe des Gegenübers einzutauchen scheint, und die voll erblühte weiße Rose in dem gleichnamigen Bild „La Libertad“. „Dieser Blick fasziniert mich selbst jedes Mal“, hält Monika Corona immer wieder Zwiesprache mit den magischen Augen.

Magie und Intuition liegen ihr scheinbar im Blut. So folgte sie einem inneren Impuls und malte in dem Werk „Minerva“ eine weiße Ziege. Das naturgetreu dargestellte Tier trägt an einem Halsband einen goldenen Schlüssel um den Hals, die ganz in weiß gekleidete Frau daneben das passende Schlüsselloch als Halskette. „Die Ziege möchte dich die Überlebenskunst lehren. Dies bedeutet auch, nicht alles hinzunehmen, sondern auch durchaus kritisch zu sein und auszumisten, was nicht zu dir gehört“, zitiert sie die Symbolik der Ziege in der Mythologie.

Ein Schlüssel für die Zukunft, um die die Unternehmersgattin mit jeder neuen Geschäftsschließung, mit jedem weiteren Verlust sozialen Miteinanders durchaus bangt. Ihr Bild „Whish, you were here“ nach dem gleichnamigen Pink-Floyd-Song zeigt zwei Fische in getrennten Wassergläsern. Es zeigt Einsamkeit und Isolation, obwohl für die Bedürfnisse des Körper gesorgt ist.

„Surrealistischer Realismus“ beschreibt die vielfach mystischen, immer jedoch tief- und hintergründigen Ölgemäle von Monika Corona wohl am besten. Etwa ihr Bild „Zeitreise“: Eine Frau reitet auf einem Karpfen mit roter Schleife durch das Meer der Zeit, mit leuchtendem Plankton dargestellt wie ein funkelndes Sternenmeer, und eine übergroße Taschenuhr, deren Zeiger ins Wasser fallen. „Das Zifferblatt hat auch keine Zwei“, macht die Künstlerin aufmerksam. Zeit ist eine Illusion.

Noch ist das Bild „Game over!“ nicht ganz fertig. Und auch das Portrait „Licht und Schatten“, an dem sie im Sommer zeitgleich gearbeitet hat, ist noch eine Zeichnung auf der Acryl-Grundierung. Im Laufe der Zeit werde sich erst zeigen, welche Inspiration ihr dazu komme. Sie skizziert: „Mein Traum ist ein großes Bild mit blauem Himmel, von der Erde aufstrebenden Pflanzen und Menschen, die sich in die Luft erheben und schweben.“ Es ist klar, dass sie ihn sich erfüllen wird. Irgendwann.

Da im Corona-Jahr keine Ausstellungen stattfinden konnten, tritt Monika Corona unter „Monika Corona Kunst“ sowohl auf Facebook und Instagram als auch mit einem eigenen Telegram-Kanal auf. Ihre Bilder sind alle käuflich zu erwerben und selbst 2020 hat sie Auftragsarbeiten vollenden können. Den beliebten Kunstkalender hat sie für 2021 allerdings nicht aufgelegt. Für 2022 ist er jedoch wieder geplant.