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Die Steinzeit ist noch lange nicht vergangen

Die Steinzeit ist noch lange nicht vergangen

„Caveman“ in der Zweibrücker Festhalle erzählte vom Sammeln und Jagen in der heutigen Zeit.

Da kommt Tom nach Hause und was findet er? Gepackte Koffer vor der Haustüre. Die Tür selbst lässt sich natürlich nicht öffnen, aufs Klingeln wird nicht reagiert und ein Anruf übers Handy bringt ihm traurige Gewissheit: Freundin Heike hat ihn vor die Tür gesetzt, mit dem gut gemeinten Ratschlag, mal darüber nachzudenken. Tom denkt dann tatsächlich ziemlich viel darüber nach, vor allen Dingen darüber, was Männer und Frauen unterscheidet.

Unterstützung bekommt er in seinen Überlegungen von seinem Urahn aus der Steinzeit, der ihn an seiner jahrtausendealter Weisheit teilhaben lässt: Männer sind Jäger und Frauen sind Sammlerinnen. Das zeigt sich laut Tom schon beim Einkauf von Kleidung, bei der der Mann zielstrebig ein Geschäft betritt, sich ein Hemd auswählt und es kauft. Beute gejagt, quasi, während das weibliche Geschlecht hier schaut und da schaut, dort etwas mitnimmt, und da - ja da werden Schuhe nicht nur gekauft sondern gesammelt.

Tom schilderte alle möglichen Begebenheiten, in denen sich Jäger und Sammler, Männer und Frauen unterscheiden, erklärte die sofort einsetzende Müdigkeit der Herren, sobald sie ein "Frauengeschäft" betreten, das darin enthaltene Fehlen der Sitzgelegenheit und worin die Erfüllung beider Geschlechter bei einem gemeinsamen Pärchenabend liegt.

Und dass die größte Bewährungsprobe einer Ehe meist schon in der Zeit vor der Hochzeit beginnt, etwa dann, wenn sich Frau stundenlang mit der Farbe der Briefkuverts für die Einladungskarten beschäftigen kann, während Mann bis dahin noch nicht mal wusste, dass es unterschiedliche Farben gibt.

Ja, Männer können es in Toms Augen schon schwer haben, etwa dann, wenn sich das weibliche Revierverhalten zeigt, das sich bei Frauen im Gegensatz zum Mann nur auf das eigene Zuhause beschränkt. "Männer, mal im Ernst, ist es eurer Haus?", fragte Tom, alias Martin Luding das Publikum, das sich am Freitagabend in der Zweibrücker Festhalle versammelt hat, um Caveman zu sehen, und sammelte Vorschläge für die Räume, in denen sich Männer ausbreiten dürfen.

So viel sei verraten: ein Pokal vom Kegelwettbewerb hat im Wohnzimmer nichts verloren. Luding erntete für seine zweistündige Darbietung nicht nur jede Menge Applaus, sondern erzeugte auch viele Blicke und nickende Köpfe, die sich gerade gemeinsam gekommene Paare im Laufe des Abends immer wieder zuwerfen.

Das Stück "Caveman" vom Theater Mogul in Berlin war wie Stand-up-Comedy im Theatergewand mit einem Darsteller, der nicht nur die 450 Besucher am laufenden Band zum Lachen brachte, sondern auch mit Mimik und Gestik Bände sprach.

Daneben schlüpfte er nicht nur in die Rolle des Tom, sondern machte seine Heike auf eine erfrischende Weise nach, dass auch die Damen nur lachend den Kopf schüttelten.

In der Pause wurden bereits die ersten Resümees gezogen. "Ich bin ohne Erwartungen gekommen und finde es grandios und lustig", erklärt Roman Paulus aus Reifenberg. "Das ist genau unser Humor", fügt Freundin Billie-Jean Stock lachend hinzu. Bestens unterhalten fühlten sich auch Annika und Lars Hastick aus Zweibrücken. "Es ist wirklich sehr unterhaltsam", sind sich beide einig und stellen fest: Einige Sachen, die Luding erzählt, können durchaus zutreffen. Obwohl Tom ja behauptet, dass ein Mann am Tag nur 2000 Wörter verbraucht - im Gegensatz zur Frau, bei der locker 7000 Wörter an der Tagesordnung sind - hat Luding an diesem Abend zum Glück keine Wörter gezählt.