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Serie Grundschulen in Zweibrücken: Die sportliche Grundschule

Serie Grundschulen in Zweibrücken : Die sportliche Grundschule

Mit dem Eintritt in den Schulalltag beginnt der „Ernst des Lebens“, behauptet der Volksmund. Dass dieser Lebensabschnitt, außer rechnen, schreiben und lesen lernen noch deutlich mehr Fähigkeiten fördert, zeigt ein Blick auf die Grundschulen von heute. In einer losen Reihe stellt der Pfälzische Merkur die Zweibrücker Grundschulen und ihre Besonderheiten vor. Heute: die Grundschule Sechsmorgen.

Auf dem großen, mehrflächig unterteilten Pausenhof der Grundschule Sechsmorgen fahren Kinder mit Kettcar-ähnlichen Fahrgeräten, laufen Stelzen, spielen Tischtennis oder Fangen. In der Turnhalle übt sich die Tennis-AG im Umgang mit Schläger und Ball. „Wir sind eine ‚Bewegte Schule‘. Sport und Bewegung spielen bei uns eine wichtige Rolle“, beschreibt Schulleiterin Sabine Gauf, selbst begeisterte Sportlerin.

Im Jahreskalender stehen unter anderem verschiedene Abzeichen wie das Lauf-Abzeichen oder das ADAC-Radfahrabzeichen. Alle Kinder legen ihr Sportabzeichen ab und jedes Jahr geht es einmal zum Schlittschuhlaufen in die Eishalle. Zu den Höhepunkten gehören Aktionstage im Rope-Skipping (Seilspringen) oder Inline-Skaten oder ein Tennis-Schnuppertag bei dem Niederauerbacher Verein TC 1987 Zweibrücken, einem der zahlreichen Kooperationspartner.  Kinder mit motorischen Defiziten, Haltungsschäden oder Gewichtsproblemen erhalten Sport-Förderunterricht.

Zu dem Thema „Gesundheit von Kopf bis Fuß“ gehört auch gesunde Ernährung. So wird viermal im Jahr ein gesundes Frühstück gestaltet, gemeinsam mit den Eltern. Verwandt ist das Thema Umwelt. „Unser Ziel ist, Kindern und auch Eltern für die Vermeidung von Müll zu sensibilisieren“, erklärt die Schulleiterin. Das Tempo, in dem sich gelbe Säcke für die Mülltrennung füllen, zeige schnell die anfallende Müllmenge an.

Dieses und weitere Themen werden jeweils vier Wochen lang als Monatsmotto vertieft, um zu einer neuen Gewohnheit zu reifen. Einmal im Monat kommen im zweiten Schulhalbjahr die künftigen Erstklässler zu einem Schnuppertag in die Schule. Um den Kindern den Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule zu erleichtern, treffen sich die Lehrkräfte regelmäßig mit den Erzieherinnen der Kitas Weizenkorn, Pusteblume und Kleine Welt zu einem Austausch. „Wenn die Kinder dann eingeschult werden, kennen sie bereits Schulkameraden, Lehrkräfte und das Gebäude und fühlen sich sofort wohl“, weiß Sabine Gauf aus langjähriger Erfahrung. Wer keinen Platz mehr im Hort der benachbarten Kita findet, kann in der Schule bis maximal 17 Uhr betreut werden. Neben Spiel- und Beschäftigungs-Angeboten werden dabei auch die Hausaufgaben betreut.

Eine wichtige Grundbildung für das zukünftige Leben bietet die Mediations-AG: Im dritten Schuljahr werden interessierte Kinder ausgebildet, um in ihrem letzten Grundschuljahr als Streitschlichter zu wirken. Das Angebot werde sehr gut angenommen, ebenso wie Projekte zur gewaltfreien Kommunikation. Seit dem laufenden Schuljahr nimmt die Grundschule Sechsmorgen an dem Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ teil. In eigenen Fortbildungen bereitet sich das Kollegium auf den zunehmenden Einsatz neuer Medien im Unterricht vor. Zur Zeit besitzt die Grundschule drei interaktive Smartboards sowie fünf Tablets. „Sobald wir zehn Tablets haben, können wir eine AG dazu einrichten“, hofft Sabine Gauf auf Sponsoren dafür. Sollte sich sonst niemand finden, hoffe sie auf den engagierten Förderverein.