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Die „Soziale Stadt“ wird jetzt konkret

Die „Soziale Stadt“ wird jetzt konkret

Die ersten Maßnahmen beim Projekt „Soziale Stadt“ starten, wie das Zweibrücker Rathaus am Freitag informierte: Kita und Straßen werden saniert. Geplant ist, auch das Wohnumfeld zu verbessern.

Vor gut zweieinhalb Jahren tauchte das Projekt "Soziale Stadt" in Zweibrücken erstmals in der politischen Diskussion auf. Seitdem wurde viel geredet unter Experten und mit den Menschen vor Ort entlang des Hornbachs in Bubenhausen und in den Breitwiesen. Dabei wurden Vorschläge gemacht und Pläne erarbeitet. "Wir sind dabei, die ersten Maßnahmen umzusetzen", berichtet Stadtsprecher Heinz Braun.

Als erste sichtbare Maßnahme wird derzeit die Kindertagesstätte Sonnenschein an der Hohlstraße in Bubenhausen umgebaut. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren macht eine Erweiterung notwendig. Durch die Aufnahme in das Projekt Soziale Stadt wird die 1,8 Millionen Euro kostende Maßnahme sehr stark gefördert. Im Juli/August sollen die Kinder in die umgebaute Einrichtung umziehen.

Auch der Ausbau der Straßen im Wohngebiet Breitwiesen steht schon länger auf dem Plan der Stadt, sagt Braun. Nach der Einführung der wiederkehrenden Beiträge wird der Ausbau der Straßen in dem Gebiet jetzt angegangen. Durch die Soziale Stadt erhält die Stadt zusätzliche Fördergelder. Von April bis Juni wird die Memelstraße für rund 240 000 Euro ausgebaut. Im Juni startet an der Gleiwitzstraße der erste Abschnitt des Ausbaus der Tilsitstraße. Bis Ende des Jahres soll der Abschnitt bis zur Masurenstraße fertig sein. Der zweite Abschnitt folgt dann in der ersten Jahreshälfte 2018. Kosten: rund 1,3 Millionen Euro.

Doch es werde nicht nur die Straße ausgebaut, wie die Yvonn Weber vom Quartiersmanagement sagt. So wird auch das Wohnumfeld entlang der Straße, insbesondere bei den rückliegenden Häusern der Gewobau, durch das Schaffen von Aufenthaltsmöglichkeiten mit Bänken verbessert. Zudem würden weitere Parkplätze für die Anwohner geschaffen. In den Sommerferien wird der Hof der Breitwiesenschule mit Spielgeräten und einem zweiten Zugang aufgewertet und eine "Neue Mitte Breitwiesen" geschaffen (wir berichteten). "Der Schulhof ist schon lange ein Anliegen der Schule", erläutert Stadtplaner Harald Ehrmann. Durch die Soziale Stadt werde dieser Wunsch Wirklichkeit. Dabei werde die Maßnahme mit der Öffnung des Schulhofs weiter gefasst. "Zur Neuen Mitte soll auch ein Gebäude gehören, in dem Räume für das Quartiersmanagement, den DRK-Quartierstreff und für kleine Feste sind", blickt Braun bereits in die weitere Zukunft des Projekts.

Vorher werden zwei Projekte angegangen, die bei den jeweiligen Versammlungen "Herzensangelegenheiten" (Ehrmann) der Bürger gewesen seien.

Für die Brücke in den Stegwiesen werde der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) beauftragt, eine Vorplanung zu erarbeiten. Wobei bei der Maßnahme auch die Auswirkungen der Lärmschutzmaßnahmen an der A 8 zu berücksichtigen sind. Braun geht nicht davon aus, dass das Vorhaben vor 2019 umgesetzt wird.

Die Autobahnunterführung zwischen Schwalben- und Masurenstraße ist in einem schlechten Zustand. Auch die immer wieder beschädigte Beleuchtung sei "ein Hemmnis", die Unterführung zu benutzen, weiß Weber aus den Gesprächen mit den Anliegern. Zusammen mit dem Künstler Peter Schaumburger sollen Schüler und Anlieger die Unterführung gestaltet, um so eine höhere Akzeptanz zu erreichen.

Die Einbindung der Betroffenen ist neben den Baumaßnahmen laut Weber ein zweiter Aspekt der Sozialen Stadt. Dazu würden Gespräche mit den Personen, Vereinen und Institutionen geführt.

Als Ergebnisse gebe es bereits Vorlesetage im Friedrich-Schüler-Haus des ASB an der Friedrich-Ebert-Straße oder den Vorträgen im DRK-Quartierstreff an der Tilsitstraße. In den Ferien werde zudem ein einwöchiges Ferienprogramm für Kinder angeboten.