Die schöne Qual der Wahl

Fast 700 Besucher lockte der Modelleisenbahnclub Zweibrücken am Wochenende in die Räumlichkeiten der Festhalle. Von der großen Welt in Miniaturausgabe ließen sich auch diesmal alle fesseln.

Die in der Festhalle mit großem Erfolg organisierte Modellbörse lockte auch am vergangenen Wochenende wieder zwischen 650 und 700 Besucher an. Davon jedenfalls geht der Vorsitzende des veranstaltenden Clubs, Werner Velten, aus. Zusammen mit seinem Helferteam ist dieser insgesamt zufrieden. Eine Parallelveranstaltung in Ramstein-Miesenbach kann möglicherweise dazu geführt haben, dass kein neuer Besucherrekord aufgestellt werden konnte. Doch auf ein solches Ziel sei ohnehin nicht hingearbeitet worden. "Hauptsache", so Velten, "den kleinen und großen Besuchern hat es gefallen, den Ausstellern ebenso". Die Angebotspalette war riesig. Ob im großen Heinrich-Gauf-Saal, den Seminarräumen daneben oder dem Wintergarten, überall gab es was zu bestaunen, zu bewundern und vor allem zu kaufen. Modelleisenbahnen in der bekannten Modellvielfalt.

Damit nicht genug, es fehlte auch keineswegs das, was sozusagen des i-Tüpfelchen zu diesem Hobby ausmacht. Die Landschaften, die Häuschen, die Momentaufnahmen von Leben, wie es sich täglich abspielt. Baustellen auf einer Landstraße, Erholungssuchende an einem See mit kristallklarem Wasser, Rangierbahnhöfe, Wohnidyllen Kirmes- oder Campingplätze.

Welt in Miniaturausgabe

Die große Welt in Miniaturausgabe. 39 Aussteller folgten der Einladung des veranstaltenden Clubs, sorgten für ein riesiges Angebotsspektrum, das viele Käuferwünsche zu erfüllen wusste. Harald Kuhn aus Lauterecken feierte Ausstellungspremiere. Riesenräder mit buntem Markttreiben, Zirkuszelte, die im Innern eine Manege zeigen, Menschen und Tiere, alles passend im Modellmaßstab 1:87 wiedergegeben. Daneben fand der eingefleischte Modelleisenbahner passende Prüfstände im großen Angebotssortiment des Lautereckener Ausstellers, der so etwas wie ein wandelndes Lexikon in Sachen Modelleisenbahn ist - und das mit einer großen Portion Lebensfreude und Humor zu paaren weiß. Dem noch nicht schulpflichtigen Jannik allerdings konnte Harald Kuhn leider nicht zum Börsenglück verhelfen, denn natürlich hatte der Aussteller nichts zu verschenken. Unter den langen Ausstellungstischen hatte Jannik nämlich eine große Achterbahn entdeckt, die sein Kinderherz etliche Takte höher schlagen ließ. Was die kosten würde, wollte der Knirps wissen und bekam eine Antwort, die ihn schnell zu Papi zurückeilen ließ. Wohl wissend, dass dafür das Taschengeld doch viel zu gering sein wird, weil die Achterbahn mit Menschen in den Schlitten schlappe 250 Euro kosten soll.

Horst Mattern kommt schon etliche Jahre nach Zweibrücken . Der frühere selbständige Außendienstler hat das Hobby zum Verkaufsvergnügen gemacht. Begonnen hatte es damit, dass die Enkel kein Interesse an der großväterlichen Eisenbahn zeigten. Also den ganzen "Plunder" verkaufen. Doch dann wurde nicht nur verkauft, sondern auch erstanden, mal die Artikelüberstände des Tischnachbarn mitveräußert und seither besucht Mattern regelmäßig solche Börsentage und war mit dem in Zweibrücken zufrieden.

Zu dieser Einschätzung gelangte auch Wolf Roth, ein Zweibrücker, der sich einen Ausstellungsplatz ergatterte und zusammen mit Karsten Speyer aus Pirmasens vor allem Teile für die Großbahnen Spur G anbot. Im Festhallen-Foyer waren derweil die Mitglieder der Modelleisenbahnfreunde Pfalz-Saar mit ihrer Superanlage ein Blickfang für alle Besucher.

Über ein Laptop steuerte Erik Kraft-Schütz die Züge, die auf 35 Meter Gleisen schnurrten, und die Regio Bahn mit dem Desiro Triebwagen und dem Zweibrücker Stadtwappen auf der Front, die für allgemeines Erstaunen und Bewundern sorgte.