Die Macht der Gefühle

Die Sims haben jetzt Gefühle und sind Multitasking-fähig. Trotzdem fühlt sich „Die Sims 4“ nicht wie ein brutal neues Spiel an.

Der gemeine Sim kann vieles lernen: Malen, Schreiben, Flirten, Obst und Gemüse pflanzen, sogar als Astronaut zum Mond fliegen. Am besten ist er aber im Ignorieren von Missständen- und das quasi von Geburt an: Ach, das Klo ist kaputt? Wie, da liegt ein Haufen Müll auf dem Küchenboden? Im echten Leben würde man dem Nachwuchs in diesem Fall eine Standpauke halten, diese so 500 bis 600 Mal wiederholen, immer drastischere Strafen verhängen und mit etwas Glück irgendwann feststellen, dass die Herrschaften jetzt immerhin gelegentlich von alleine auf die Idee kommen, den Müll wegzuräumen.

Bei EAs "Die Sims 4" sehen Erfolgserlebnisse anders aus: Mabel ist endlich zum C-Promi aufgestiegen, Hendrik hat seine Technikfähigkeit soweit gesteigert, dass er Ersatzteile aus Müllhaufen klauben kann, Kevin hat genug Belohnungspunkte gesammelt, um damit die Fähigkeit Sportskanone zu kaufen. Das befriedigt enorm. Und motiviert, den selbst gebauten Sim und seine Familie weiter und weiter und weiter zu begleiten. Zum ersten Mal in der Serie haben die Sims im vierten Teil richtige Gefühle, die sich - wie im richtigen Leben - von einer Sekunde zur nächsten ändern können. Zweite sinnvolle Neuerung neben den Emotionen: Sims können endlich mehrere Dinge gleichzeitig tun, sich etwa unterhalten und Essen, Kochen - es ist realistisch.

Andere Spielaspekte haben sich hingegen weiter von der Realität entfernt. So ist es bisher nicht möglich, Swimming-Pools zu bauen und das Kleinkind-Alter überspringen die Jung-Sims im vierten Teil. Auch die Nachbarschaft des eigenen Haushaltes ist wieder in weitere Ferne gerückt: die im dritten Teil eingeführte offene Nachbarschaft wurde wieder einkassiert. Jede Aktion (nicht umsonst "Reise" genannt), die weiter weg führt als über die Straße vor dem eigenen Grundstück, ist mit mehreren Klicks und Ladezeiten verbunden.

Alles in allem ist der vierte Auftritt der Sims aber eine runde Sache geworden. Nicht revolutionär besser als der Vorgänger, aber ein wenig geschmeidiger und durchdachter.

Wertung (Schulnote): 1-