Die Krise hält an

Zweibrücken. Das Gröbste ist überstanden, aber von Entspannung kann noch keine Rede sein: Auf diesen Nenner lässt sich bringen, was die größten Zweibrücker Firmen derzeit denken. Denn obwohl die Wirtschaft wieder anzieht, geht es in der Rosenstadt nur mäßig voran, so das Ergebnis einer Merkur-Umfrage

Zweibrücken. Das Gröbste ist überstanden, aber von Entspannung kann noch keine Rede sein: Auf diesen Nenner lässt sich bringen, was die größten Zweibrücker Firmen derzeit denken. Denn obwohl die Wirtschaft wieder anzieht, geht es in der Rosenstadt nur mäßig voran, so das Ergebnis einer Merkur-Umfrage.Ralf Cavelius, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Homburg/Saarpfalz erklärt, dass die Maschinenbauer mit einem halben bis dreiviertel Jahr Verzögerung in die Misere geschlittert sind. Entsprechend länger dauere es jetzt bis zur Entspannung. Cavelius: "Wir hoffen, dass in Zweibrücken etwa im Frühjahr 2011 wieder das Vor-Krisen-Niveau erreicht wird." Ein knappes halbes Jahr noch - doch bei den Firmen selbst gibt man sich skeptischer. "Es ist noch keine Tendenz zu erkennen, dass ein Ende der Krise in Sicht kommt", sagt beispielsweise Klaus Patsch, Betriebsratschef bei Maschinenbauer Pallmann. Auch 2011 seien in verschiedenen Monaten schon Auftragseinbrüche absehbar. Nichtsdestotrotz habe die Firma die Kurzarbeit im Moment ganz ausgesetzt und befristet Beschäftigte in unbefristete Arbeitsverhältnisse retten können (wir berichteten).

Ähnlich ist die Lage inzwischen auch bei Kubota-Baumaschinen, das laut IG Metall die Krise als erstes Unternehmen und auch am stärksten abbekommen habe. Rainer Hartmann, seit März neuer Betriebsratsvorsitzender, zeigt sich entsprechend vorsichtig: "So ganz getroffen hat uns der Aufschwung noch nicht. Es geht einen Tick besser, und die bis Ende 2010 beantragte Kurzarbeit ist ausgelaufen." Die Auftragslage sei stabil, wie lange es kriselnd weitergehe, sei offen. Dies hänge vor allem von im Ausland agierenden Vertriebsgesellschaften ab. Dieser Umstand ist auch mitverantwortlich dafür, dass bei Landmaschinenhersteller John Deere die Prognose verhalten ausfällt. Internationale Märkte, gerade im Osten, erholten sich deutlich langsamer als etwa der europäische, erklärt Hartmut Andres, der Verantwortliche für den gewerblichen Bereich. Andres pessimistisch: "2009 ist die Branche in die Krise geraten und 2010 auf einem ähnlich schlechten Niveau geblieben. Mit diesem rechnen wir auch für 2011, ich sehe da eine Stagnation." Bis Ende Oktober dauere die Schließzeit bei John Deere, erst danach beginne wieder die saisonale Fertigung. Bis Jahresende ist Kurzarbeit beantragt, Verlängerung laut Andres nicht ausgeschlossen.

Terex-Demag hat laut IG-Metall nach wie vor im Bereich der Teleskopkrane in Wallerscheid Kurzarbeit angemeldet, erklärt Ralf Cavelius. Dies bestätigte Terex-Sprecherin Birgit Kettemann. Bei den hier ansässigen Werken sei die Krise noch nicht überstanden. "Die Nachfrage für unsere in Zweibrücken gefertigten Produkte war während des Wirtschaftsabschwungs noch relativ stabil, doch nun holt uns der Marktzyklus ein", erklärt Doug Friesen, Vice President & Managing Director von Terex Cranes in Zweibrücken. Derzeit gehe die Nachfrage zurück, Auftragsbestände sinken. Friesen: "Diese Entwicklung kam schrittweise bei uns an". Man habe aber keinen so starken Einbruch erleben müssen wie einige der Schwestergesellschaften im Jahr 2008.