Die Jugendkunstschule zieht um

Bevor die Jugendkunstschule ihre neuen Räume in der Hauptschule Nord bezieht, zeigten die kleinen Künstler am vergangenen Wochenende ihre Arbeiten in den alten Räumen. Kunst hilft hier auch bei der Integration.

. Leider war die Ausstellung der Jugendkunstschule nur an einem Wochenende zu sehen, denn der große Raum wird für die laufenden Kurse benötigt. Anwesend waren am Samstag natürlich die Kinder, die am Malkurs teilnehmen und viele Verwandte und Freunde. "Wir haben den Migrationskurs und den Jahreskurs zusammengelegt, um die Vielfalt und Verschiedenheit der Kulturen für alle deutlicher und fassbarer zu machen. Das verlangt auch von deutschen Kindern Offenheit", betont Jochen Schael, Geschäftsführer und Kaufmännischer Leiter der Jukuschu. Hier gibt es keine Ausgrenzungen oder Handschlagverweigerungen.

Lehrer ist Dr. Jürgen Ecker, unterstützt von kunstsinnigen Freunden aus Syrien und anderen Ländern, die nicht nur sprachliche Barrieren zu überwinden helfen. Dilara Dzwikowski ist mit Recht stolz auf ihre Kopie eines Bildes von Caspar David Friedrich . Es bleibt in der Ausstellung jedoch eine Ausnahme, in der es ja eher um Grundbegriffe geht, um Räumlichkeit, um Perspektive, um Bewegungsstudien und schließlich auch um abstrahierende Elemente und um Maltechniken. "Da bin ich recht stolz auf die Fortschritte, die die Kinder gemacht haben, manche sind ja schon das zweite oder sogar dritte Jahr Kursteilnehmer bei uns. Sie sind mit Ernst bei der Sache, ohne den Spaß am Malen und Gestalten dabei zu verlieren", sagt Jürgen Ecker, der eine glückliche Hand bei der Arbeit mit Kindern hat. Maya, zehn Jahre alt, malte "Alle Vögel sind schon da", quicklebendig sitzen sie auf Bäumen. "Meine Mutter hat ein Buch mit vielen Tieren, in dem ich gern und viel lese", sagt sie. Sie besitzt ausgesprochenes Talent.

Sydra, zwölf Jahre, aus Syrien, malt einen Panzer, der gerade die Kanone abfeuert. An den Rand des Bildes schreibt sie in Arabisch von Schmerz und Trauer und Sehnsucht nach ihrer verlorenen Heimat. Zeina, 18 Jahre, ebenfalls aus Syrien malt bunte Häuser, die zu tanzen scheinen, wohl eine Erinnerung an schönere Zeit.

"Ja, wir ziehen mit der Schule um", sagt Jochen Scheel, "obwohl es uns hier eigentlich sehr gefällt, Doch die Stadt braucht die Räume. Wir sind, wahrscheinlich ab Juni in der ehemaligen Hauptschule Nord zu finden, in der ja auch schon die Stadtkapelle ihr Domizil gefunden hat. Da haben wir dann viel Platz, mehr als hier. So wird das alte Schulgebäude allmählich zum "Haus der Kunst".