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Grill-Erfindung: Die Einsamkeit des Würstchenwenders

Grill-Erfindung : Die Einsamkeit des Würstchenwenders

Michael Noack und sein Sohn Benedikt haben gemeinsam einen kommunikativen Grill-Tisch entwickelt.

„Ich wundere mich wirklich, dass da vorher noch niemand drauf gekommen ist“, erzählt Michael Noack, während er die beiden Tischplatten zusammenschiebt, die nun den Grill umschließen, der in der Mitte vor sich hin knistert. Nachdem der Tisch rund um den Grill gedeckt ist, nimmt die vierköpfige Familie Platz und reicht das Grillgut herum. Ab jetzt ist jeder für seine eigene Bestellung zuständig.

Das Grillen vor der eigenen Nase erinnert an Raclette und macht mindestens so viel Spaß, nur dass diese Idee für den runden Grilltisch von Michael Noack selbst stammt und sogar selbst gebaut wurde. Im vergangen Sommer stand er nämlich mal wieder am Grill und legte für alle auf. Dabei stellte er – nicht zum ersten Mal – fest: Vom Zusammensein hat der Griller eigentlich überhaupt nichts. „Menschenskind, das muss doch irgendwie anders gehen“, dachte er sich in dem Moment.

Also setzte er sich wenig später mit seinem Sohn Benedikt zusammen und überlegte, wie man es hinbekommen könnte, dass alle etwas vom Grillen haben, beziehungsweise einfach selbst grillen und dennoch beisammen sitzen können. Angelehnt am Raclette war die Idee geboren, einen Grilltisch zu bauen, in dessen Mitte jeder seinen eigenen Grill stellen kann. Also entwickelten die Beiden im Laufe eines monatelangen Vater-Sohn-Projekts ihren ConnecTable. Als Anhaltspunkt diente der vorhandene Weber-Grill mit einem Durchmesser von 57 Zentimetern. „Da haben wir einfach mal angefangen zu basteln“, erklärt Michael Noack.

Zunächst entstand aus Sperrholz der erste Prototyp. Der gefiel den beiden Männern allerdings optisch noch nicht so richtig und bald stand fest, dass sie professionelle Hilfe durch in Form eines Schreiners hinzuziehen wollten. Im Familienleben waren die beiden von da an nicht mehr ganz so häufig gesehen, stattdessen tüftelten sie in der hauseigenen Garten-Werkstatt.

Für Benedikt Noack war gleich klar, dass er seinen Vater in seinen Ideen unterstützen möchte. „Ich fand die Idee tatsächlich ziemlich cool, weil es so einfach und genial ist“, erzählt der 23-Jährige. Fünf Prototypen hat es am Ende gebraucht, um den Grilltisch so zu bauen, dass die beiden zufrieden waren.

In seiner fertigen Fassung besteht er nun aus lasierter und witterungsbeständiger sibirischer Lärche und macht auch optisch etwas daher. Durch die feststellbaren Rollen kann der Tisch einfach zusammengeschoben aber auch umplatziert werden und bietet Platz für bis zu acht Personen. Und auch an weitere Verwendungsmöglichkeiten hat das Vater-Sohn-Gespann gedacht, so passt beispielsweise auch ein Heizstrahler oder eine Kühlschale in die Mitte oder kann durch ein einsetzbares Mittelteil einfach als kompletter runder Tisch genutzt werden.

Mittlerweile wird der Tisch sogar von der Heinrich-Kimmle-Stiftung in der Schreinerei der Betriebsstätte Zweibrücken angefertigt. Doch die größten Fans hat die Erfindung der beiden in der Familie selbst gefunden. Die grillfreudige Familie nutzte zuvor schon beinahe jede Gelegenheit, den Grill anzuschmeißen. „Aber es war kaum zu glauben, es war sogar noch steigerungsfähig“, erzählt Christina Noack lachend. Da darf sogar bei Regen im April gegrillt werden.