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Die Corona-Krise als Chance: Gespräch mit Unternehmer Roland Zadra

Zadra-Gruppe : Die Corona-Krise als Chance

Roland Zadra über das Geschäft in der Pandemie. Rosengarten-Hotel erhält neuen Gastro-Bereich, „Winterzauber“ wird erweitert.

In der Pandemie redet fast jeder von einer Krise. Aber man könne die jetzige, schwierige Zeit durchaus auch als eine Chance begreifen, sagt Roland Zadra.

Der Zweibrücker Hotelier und Gastronom, der gemeinsam mit seiner Gattin Franziska Zadra und Ondrej Novotny die Zadra-Gruppe leitet, macht gleich zu Beginn des Gesprächs deutlich: „Corona wird eine Marktbereinigung verursachen. Manch ein Hotelier und Gastronom wird diese Zeit leider nicht überstehen. Aber Corona kann auch eine Chance sein.“

Eine Chance deswegen, weil Corona dazu zwinge, das eigene Handeln zu überdenken. Wie bin ich aufgestellt? Ist das, was ich anbiete, noch zeitgemäß? Bedarf es einer Änderung – vielleicht gar einschneidender Art?

Fragen, die sich auch Roland und Franziska Zadra in den vergangenen Monaten wiederholt gestellt haben. Der Merkur bat die beiden um ein Zwischenfazit in Sachen Corona. Denn das Virus ist gerade auch für die Hotelbranche und die Gastronomie eine enorme Herausforderung. Und die Zadra-Gruppe ist in der Region bezüglich der Umsatzgröße der Platzhirsch der Branche.

Zur Zadra-Gruppe gehören das Landschloss Fasanerie und das Hotel Rosengarten am Park sowie das Wirtshaus an der Schließ samt Biergarten; ferner bespielt die Zadra-Gruppe die Gastronomie im Outlet-Center mit den Adressen „Donna Mia“, „Grand Café“, „Genusswerk“ und „Gusto“.

Bei allem Optimismus, den Roland Zadra und seine Gattin versprühen – die Zadra-Gruppe habe in der Pandemie einige Federn gelassen. „Im ersten Halbjahr 2020 hatten wir dramatische Umsatzrückgange von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, bilanziert Roland Zadra. Seine Gattin bezeichnet diese Zeit der Nackenschläge als „Phase 1“. In dieser Phase habe das Landschloss unter der Absage von Hochzeiten und anderen Festlichkeiten gelitten, das Hotel am Rosengarten sei nicht mehr von Geschäftsreisenden aufgesucht worden. Denn die Zweibrücker Unternehmen stornierten die Buchungen gleich reihenweise.

„Phase 2“, die Zeit von Juli bis September, sei dann „überraschend gut“ gelaufen. Franziska Zadra: „Es war deutlich zu spüren, dass viele Menschen dieses Jahr ihren Sommerurlaub im eigenen Land, vielfach in der eigenen Region verbringen wollten. Das durchgehend schöne Wetter half ebenfalls.“

Die „Phase 3“ (Oktober 2020 bis März 2021) habe gerade erst begonnen. Bitter sei, dass in einer Zeit der Beruhigung der Lage nun die Corona-Zahlen wieder nach oben schnellen – und als zweites, dass Tadano in schweres Fahrwasser geraten ist und ein Schutzschirmverfahren beantragt hat (wir berichteten). Die Folge seien erneute Stornierungen.

Aber wie gesagt: Eine Krise bietet auch Chancen und die wollen die Zadras nun in der „Phase 3“ nutzen. Und zwar für die aktuell größte Investition, die ansteht. Sie betrifft das Hotel Rosengarten am Park.

Am 1. November wird das dortige Restaurant geschlossen und das Haus als Hotel garni weitergeführt. Bis zum Start der neuen Früjahrssaison Anfang März wird das Restaurant umgebaut. „Wir investieren entgegen dem Trend“, sagt Roland Zadra. Was genau geschieht, will er noch nicht verraten. Aber es solle etwas sehr schönes entstehen. „Uns schwebt eine Bar beziehungsweise Lounge vor, ein Treffpunkt für alle, die ungezwungen, aber in schöner Atmosphäre etwas essen oder vielleicht auch nur etwas trinken wollen“, sagt der Hotelier.

In der Umgestaltung solle das Thema „Garten“ aufgegriffen und optisch widergespiegelt werden. Die Zadras versprechen ein „Highlight“ und sagen: „Wir wollen damit zum Wohnzimmer der Zweibrücker werden.“ Ziel sei nämlich, auch für Nicht-Hotel-Gäste zur begehrten Ausgeh-Adresse zu werden.

Einen Steinwurf entfernt, im Wirtshaus an der Schließ, gibt es auch heuer wieder einen „Winterzauber“. Beginn sei am Donnerstag, 12. November. Wegen der Abstandsregeln werde das besinnliche Treiben (bis Ende Februar, täglich geöffnet) erweitert und finde auch auf der Fläche des Biergartens statt, so sei mehr Platz da.

Roland Zadra setzt auf Investitionen. Das Hotel am Rosengarten soll deutlich aufgewertet werden. Foto: Marco Wille; www.marcowille.de/Marco Wille

Der „Winterzauber“ solle auch ein Lichtzauber werden, denn, so macht Roland Zadra deutlich: „Wir wollen damit ein Zeichen setzen in dieser dunklen Corona-Zeit. Licht – das ist Hoffnung.“