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"Die Aussichten sind nicht rosig"

"Die Aussichten sind nicht rosig"

Zweibrücken. Der Blick zurück ist für die Zweibrücker Einzelhändler kein erfreulicher. Und der nach vorne auch nicht. Das macht Mario Facco (Foto: pm), Chef der Zweibrücker Werbegemeinschaft, deutlich. "Die Einzelhändler in der Innenstadt haben vielfach deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Im Schnitt zehn bis 15 Prozent

Zweibrücken. Der Blick zurück ist für die Zweibrücker Einzelhändler kein erfreulicher. Und der nach vorne auch nicht. Das macht Mario Facco (Foto: pm), Chef der Zweibrücker Werbegemeinschaft, deutlich. "Die Einzelhändler in der Innenstadt haben vielfach deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Im Schnitt zehn bis 15 Prozent." Diese Bilanz zieht Facco im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Die Wirtschaftskrise habe ihre Spuren in den Kassen der Händler hinterlassen, wie sich auch beim gerade zu Ende gegangenen, arg durchwachsenen Weihnachtsgeschäft (wir berichteten) gezeigt habe. Ein Stein des Anstoßes sei für die Einzelhändler die immer mächtiger werdende Konkurrenz auf der Grünen Wiese: "Die Großen machen die Kleinen kaputt", gibt Facco die Stimmung wieder. Die Ladeninhaber wüssten sich vielfach nicht mehr anders zu helfen, als beim Personal zu sparen. "Die Händler haben bereits etliche Arbeitsplätze abgebaut. 2010 drohen weitere Einschnitte", warnt der Werbegemeinschaftschef. "Die Aussichten sind nicht rosig." Als ob es nicht genug Sorgen gebe, hat Facco mangelnde Unterstützung durch die Landesregierung und die Stadtverwaltung ausgemacht. "Als das DOZ gebaut wurde, hat der damalige Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage uns Händlern versprochen, das Land würde uns als Ausgleich unter die Arme greifen. Auf diese Unterstützung warte ich heute noch", ärgert er sich. Auch Richtung Stadtverwaltung äußert Facco heftige Kritik: "Wenn ich mir anschaue, welches innenstadtrelevante Sortiment der hiesige Baumarkt anbietet, dann wundert mich das doch sehr. Aber unser Bauamt als zuständige Behörde ist nicht willens beziehungsweise in der Lage, hier gegenzusteuern." Welche Vorschläge hat Facco, um Wege aus der Krise zu finden? Der Werbegemeinschaftschef macht klar, dass er es langsam leid ist, Vorschläge zu machen, "die dann doch nur zerredet und lächerlich gemacht werden". Als prägnante Punkte nennt er seinen Vorschlag, die Fußgängerzone zu überdachen. Beziehungsweise die Resolution der Werbegemeinschaft, den Schlossplatz zum Parken freizugeben und mehr Autoverkehr rund um diesen Platz zuzulassen. "Diese Resolution hat ja gerade die SPD blockiert", kritisiert er. Befremdlich findet Facco, dass die Feiern zum Herzogtum-Jubiläum an der Werbegemeinschaft vorbei geplant würden. "Wir erfahren aus der Zeitung, welche Aktivitäten stattfinden sollen. Statt dass man uns mal einbinden würde." Und das, obwohl er von sich aus bereits Ideen wie das Mitternachts-Shopping im Oktober oder die Proklamation der Stadtwurst an diesem Samstag eingebracht habe. Faccos bitteres Fazit. "Jeder kocht sein eigenes Süppchen, das ist das Problem in Zweibrücken." "Die Händler haben bereits etliche Arbeitsplätze abgebaut. Es drohen weitere Einschnitte."Mario Facco