Die Angst vor dem Schläger

Zeugen beschreiben die beiden Angeklagten als besonders gefährlich, die am 16.September vergangenen Jahres nach 20 Uhr in der Nähe eines Bubenhauser Discounters Netto einen 43-Jährigen schwer verprügelt haben sollen.

Sie müssen sich deshalb vor der Jugendstrafkammer des Landgerichtes Zweibrücken wegen versuchten Totschlages verantworten. Schon am Tatabend sollen sie dem mutmaßlichen Opfer gedroht haben, dieses wieder anzugreifen, wenn es sie verraten sollte. Dieses war wohl derart eingeschüchtert, dass es erst am darauffolgenden Vormittag während der Chefarztvisite im Krankenhaus einräumte, geschlagen worden zu sein. "Zuerst sprach er davon, dass er gestürzt sei", sagte die behandelnde Ärztin gestern am dritten Verhandlungstag vor dem Zweibrücker Landgericht. Der 43-Jährige sei stark alkoholisiert gewesen und habe Hämatome im Gesicht und Prellungen am ganzen Körper gehabt.

Auch Zeugen hätten sehr viel Angst vor den 21- und 24-jährigen Männern, berichtete der ermittelnde Polizeibeamte: "Ich musste für deren Aussagen immer wieder nachfragen."

Der Angeklagte selbst ist nach eigenen Angaben aus Furcht vor den mutmaßlichen Tätern am ersten Verhandlungstag nicht erschienen. Er musste dann von der Polizei vorgeführt werden (wir berichteten). Ein 60-jähriger Amtmann der Justizvollzugsanstalt Schifferstadt, in dem der 21-Jährige derzeit einsitzt, erklärt, dass sich dort schon Mitgefangene von diesem bedroht gefühlt hätten. "Er ist sehr misstrauisch und fühlt sich schon bei den kleinsten Fragen gegängelt", sagt der Beamte. Es sei ihm nicht gelungen, eine Verbindung zu ihm zu knüpfen. Das ist auch die Erfahrung seiner Kollegin mit dem Angeklagten. "Er tut sich in der Wohngruppe sehr schwer", so die 50-Jährige, die auch einen Vorfall zur Sprache bringt, bei dem sich der 21-Jährige so aufgeregt habe, dass sie zusätzliches Sicherheitspersonal habe hinzuholen müssen: "Er kann sich nicht an Regeln halten." Der Prozess wird am 23.November um neun Uhr fortgesetzt.