Deutlich mehr Wohnungseinbrüche

Im Bereich der Polizeidirektion Pirmasens wurden im vergangenen Jahr etwas weniger Straftaten begangen als im Jahr 2014. In den letzten zehn Jahren waren es nur 2013 noch weniger. Allerdings hat der Wohnungseinbruchdiebstahl um fast 25 Prozent zugenommen.

"Im Großen und Ganzen leben wir in einer ruhigen Gegend", kommentiert der Leiter der Polizeidirektion Pirmasens, Karl Höhn, die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2015. Wobei er einschränkt, dass auch in der Südwestpfalz die Zahl der Wohnungseinbrüche zugenommen hat. "Da liegen wir voll im Bundestrend."

Insgesamt ging die Gesamtzahl an Delikten im vergangenen Jahr um 168 auf 9498 zurück. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung", sagt der Sprecher der Direktion, Martin Sema, bei der Vorstellung der Zahlen. Bis zum Jahr 2010 war es stets eine fünfstellige Zahl. Und nur im Jahr 2013 lag die Zahl der Straftaten mit 8482 unter der in diesem Jahr. Als einen möglichen Grund nennt Sema den Rückgang der Bevölkerung in der Region. Die Aufklärungsquote betrug 64,8 Prozent. "Das ist auf dem hohen Niveau der letzten Jahre."

Bei den Eigentumsdelikten gab es im vergangenen Jahr nach einem Anstieg 2014 wieder einen Rückgang. Wobei vor allem die einfachen Diebstähle zurückgegangenen sind. Und da vor allem in Pirmasens und im Landkreis. "Angestiegen ist die Zahl der schweren Einbrüche", sagt Sema. Insbesondere die der Wohnungseinbrüche . Und da vor allem in Zweibrücken (von 50 im Jahr 2014 auf 81 im vergangenen Jahr), im Landkreis Südwestpfalz (von 106 auf 147). In Pirmasens blieb die Zahl mit 61 gleich. Den starken Anstieg in Zweibrücken und dem Landkreis erklärt Sema, dass "durchziehende Banden" aus Südosteuropa die Stadt und den Kreis ausgewählt haben. In Pirmasens seien es überwiegend örtliche Täter. Bei den ausländischen Tätern sei die Aufklärungsquote gering. Sema: "Das sind Profis, die keine Spuren hinterlassen."

Zu den schweren Diebstählen gehören auch Kfz-Einbrüche. Die sind im vergangenen Jahr von 311 auf 201 zurückgegangen. In Zweibrücken von 136 auf 67. "Das ist immer uninteressanter für Diebe", meint der Leiter der Polizeiinspektion Pirmasens, Stefan Bauer. Autoradios und Navigationsgeräte seien "kein lukratives Diebesgut" mehr.

Neben den Wohnungseinbrüchen haben auch Ladendiebstähle, die einfach gelagerten Rauschgiftdelikte sowie die Körperverletzungen zugenommen. Zurückgegangen sind neben den Kfz-Aufbrüchen auch die Straßenkriminalität und der Betrug. Die Sexualstraftaten hielten sich mit 78 nach Aussage Semas weiter auf einem niedrigen Niveau. Wobei es sich bei den Delikten in "nahezu allen Fällen" um Beziehungstaten handele.

In der Statistik wird auch die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen aufgeführt. Diese ist in den letzten fünf Jahren gestiegen. 2011 waren es 520 im vergangenen Jahr 752. Dabei machen Täter aus Rumänien (16,5 Prozent) und Serbien (acht Prozent) den größten Anteil. Gefolgt von Polen, Türken, Italienern und US-Amerikanern. Syrer und Afghanen haben einen Anteil von 1,9 beziehungsweise 1,3 Prozent. Direktionsleiter Höhn erklärt, dass zum Beispiel die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen auf dem Flugplatzgelände bei den Ladendiebstählen nicht in Erscheinung treten. "Das sind durchziehende Banden."