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Der Zweibrücker Mediziner Gensch erklärt, warum Fahrten nach Frankreich derzeit keine gute Idee sind

Südafrika-Mutante in Zweibrücken : Besser nicht in „problematische Region“

Der Mediziner Dr. Gensch erklärt, warum Zweibrücken wieder „rot“ ist – und eine Fahrt nach Frankreich derzeit keine gute Idee.

Von weiß auf gelb, von gelb auf rot, von rot auf weiß, von weiß auf rot – bei solchen Sprüngen kann einem schwindlig werden.

Mittlerweile wissen aber die allermeisten Zweibrücker, was es mit dieser verwirrenden „Farbenlehre“ auf sich hat. Es geht um die „Inzidenzzahlen“, die anzeigen, wie hoch die Zahl der Neuerkrankungen in einem Gebiet, bezogen auf die vergangenen sieben Tage, hochgerechnet auf je 100 000 Einwohner, ist.

Bei diesen Zahlen glänzte die Stadt Zweibrücken zuletzt, weil sie eine „weiße Weste“ hatte – also sehr niedrigen Zahlen aufwies.

Doch nun ist Zweibrücken wieder in der Warnstufe „rot“. Warum? Der Merkur fragte den Zweibrücker Mediziner Dr. Christoph Gensch.

Gensch weist daraufhin, dass „in einer Stadt der Größe Zweibrückens bereits kleine Zahlen den Unterschied machen“. So hätten 18 Infizierte ausgereicht, die Rosenstadt in die Warnstufe „rot“ zu drücken. Eine Ursache seien „zwei familiäre Cluster mit jeweils sechs und mehr Infizierten“, diese hätten „den schnellen Anstieg verursacht.  „Mittlerweile haben wir aber auch weitere Fälle, bei denen wir versuchen, das Umfeld zu isolieren“, ergänzte Gensch.

Aktuell wurde jetzt auch ein Fall der Südafrika-Mutation in Zweibrücken festgestellt. Das müsse unbedingt im Auge behalten werden, macht der Mediziner deutlich. Es sei natürlich klar gewesen, dass Zweibrücken die stark in den Medien diskutierten Mutationen aus Großbritannien und Südafrika nicht außen vor lassen konnte. Zuletzt wurde bei einer Person in Zweibrücken bereits die britische Mutation nachgewiesen (wir berichteten), nun auch die aus Südafrika.

Gensch sagt, „nachteilig waren für uns auch mit Sicherheit die deutlichen höheren Inzidenzwerte der umliegenden Regionen“. Er präzisiert: „Insbesondere Frankreich macht mir hierbei Sorgen.“

Das Robert-Koch-Institut habe das Grenzdépartement Moselle als „Virus-Varianten-Gebiet eingestuft“, das bedeute, es sind hier eine Vielzahl unterschiedlicher Mutationen festgestellt worden. In Metz seien mittlerweile 60 Prozent aller nachgewiesenen Infektionen auf die Südafrika-Variante zurückzuführen.Das Département sei in dieser Hinsicht leider „eine problematische Region“, sagt Gensch.

Die Bürger sollten Kontakte in diese Region „auf ein Minimum reduzieren“. Der Zweibrücker erklärt, er halte es für erforderlich, den Grenzverkehr „auf das Nötigste zurückzufahren und die Pendler zu testen“.

Gensch appelliert ferner an alle Bürger: „Bitte lasst Euch selbst bei geringsten Infektsymptomen sofort testen!“ Wer positiv getestet sei, solle sofort alle seine Kontakte informieren.