Der Zaun ist weg

Bei der Jahreshauptversammlung des Förderkreises Historische Fasanerie konnte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Ohler eine freudige Botschaft überbringen: Der unschöne Bauzaun an der Ruine ist weg.

"Zusammensturzgefährdet oder nicht?" Diese Frage bezüglich der Fasanerie-Ruine hatte den Förderkreis Historische Fasanerie drei Jahre lang erheblich beschäftigt und nicht nur den Vereinsvorstand massiv geärgert. Jetzt ist sie endgültig beantwortet - zu Gunsten der Fasaneriefreunde.

Diese gute Neuigkeit übermittelte Wolfgang Ohler den knapp 20 Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag im Romantikhotel Landschloss Fasanerie. "Der Zaun ist weg!" frohlockte der Vorsitzende und bedauerte, wegen der Dunkelheit keine Ortsbesichtigung mehr vornehmen zu können. Detailliert beschrieb der ehemalige Strafrichter den Verlauf um das desaströse Gutachten , aufgrund dessen der UBZ vor drei Jahren einen hässlichen Bauzaun rund um die vermeintliche Gefahrenquelle errichtet hatte. "Auf Grund dessen konnten auch wir die Anlage nicht mehr betreten und mussten jegliche Arbeiten einstellen", erinnerte Ohler. Nicht einmal die Kaskaden durften die engagierten Vereinsmitglieder mehr säubern, wie sie es seit vielen Jahren regelmäßig tun.

Da er das Gutachten , das der UBZ in Auftrag gegeben hatte, für fehlerhaft erachtete, ließ der erboste Vorstand des Förderkreises nicht locker. Mit dem Ergebnis, dass das Gutachten abermals im Bauausschuss vorgestellt wurde. "Das war unsere Chance", erläuterte Ohler. Der Verein bat den renommierten Historiker und Professor an der Hochschule Karlsruhe, Erwin Schwing, um ein Gegengutachten. Damit und mit Erkenntnissen aus eigenen Recherchen gewann Ohler sein Plädoyer - der überflüssige Sicherheitszaun fiel. Ein Vorteil des Investitionsstopps sei, dass jetzt mehr als 30 000 Euro in der Vereinskasse darauf warteten, investiert zu werden.

Neben Sanierungsarbeiten an der Mauer schlug der Vorstand eine - nicht historisch begründete, aber optisch schöne - Bruchsteinmauer als Abschluss der Wiese auf der denkmalgeschützten, unantastbaren Königsterrasse vor. Der aktuelle Abschluss mit wild verlegten U-Betonsteinen sei ebenso wenig historisch und dazu noch hässlich. Die Idee, die linke Treppe nach historischem Vorbild wieder herzurichten, bedinge einen Rückbau der rechten Betontreppe, um sie ebenfalls durch Sandsteinstufen zu ersetzen. "Wenn wir das seitengleich barock gestalten wollen, sind wir mit rund 40 000 Euro für beide Treppen dabei. Deshalb stellen wir die Idee infrage", informierte Ohler aus den Vorstandssitzungen.

Die Idee einer Beleuchtung, in Korrespondenz mit der Beleuchtung im Wildrosengarten, stieß hingegen auf Beifall und soll verfolgt werden. Außerdem sind ein "Der-Zaun-ist-weg!"-Freudenfest im Frühjahr sowie die Erinnerung an den Baubeginn in der Fasanerie unter Stanislaus Leszczynski vor genau 300 Jahren in Planung. Die kleine Gruppe diskutierte diverse Ideen konstruktiv. Fazit: "Es geht weiter aufwärts mit der Fasanerie." Dazu trägt nicht zuletzt das Engagement der Stadt bei, die sukzessive die Fasanerie-Außenmauer aus den vorhandenen Bruchsteinen wieder aufrichten will, wenngleich nicht bis zu historischer Höhe. "Ich finde es sehr lobenswert, dass das jetzt angegangen wird", sprach Ohler vielen aus dem Herzen.