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Der Turnschuh als Kult- und Kunstobjekt

Der Turnschuh als Kult- und Kunstobjekt

Jeder hat sie, doch nur ganz wenige betrachten sie als Kultobjekt oder Wertanlage. Oft werden sie als Alternative zu den seriösen Lederschuhen erworben, die im Berufsleben zur Standardbekleidung gehören. In der Freizeit darf es dann etwas bunter und modischer sein. Die Rede ist von Turnschuhen, jenen einst für Sport entworfenen Spezialschuhen, die seit den 80er Jahren als modisches Accessoire nach und nach den Alltag erobert haben. In der Musik- oder Werbebranche gehören sie heute sogar zum Dresscode.

"Sneaker. Design für schnelle Füße", lautet der Titel einer Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, die sich des Phänomens der bunten Treter erstmals in Deutschland in dieser Ausführlichkeit annimmt und bis 28. August zu sehen ist. Kurator Jürgen Döring hat 280 Exponate zusammengetragen. Außerdem zu sehen sind Werbeclips, Musikvideos, Filmdokumente sowie Plakate, mit denen die Hersteller, darunter weltbekannte Marken wie Nike , Puma oder Adidas, ihre Produkte bewerben. Der Titel "Sneaker", abgeleitet vom englischen Verb "to sneak" (schleichen), deutet es bereits an: Wer Turnschuhe trägt, kommt meist auf leisen Sohlen daher. Den Hauptfokus legt die Schau auf die letzten 30 Jahre. Grund: 1985 wurden Sportstars wie der Wimbledonsieger Boris Becker (Puma) oder der Basketballer Michael Jordan (Nike ) zu prominenten Werbeträgern ihrer Ausstatter. Die Band "Run DMC" trat ausschließlich in Adidas-Schuhen auf und besang diese in ihrem Chart-Stürmer "My Adidas".

Es gibt sogar einen wachsenden Sammlermarkt. So sind manche Sneaker im ike-Online-Shop bereits nach fünf Sekunden ausverkauft. Eine Wertsteigerung um das Zehnfache ist keine Seltenheit.