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Der steinige Weg aus der Steinzeit

Der steinige Weg aus der Steinzeit

Die hiesigen Schulen arbeitstechnisch fit machen für die 2.0-Ära: Das wollte die Zweibrücker SPD schon vor siebeneinhalb Jahren und dafür elektronische Schultafeln anschaffen. Doch bis dieses Jahr hat es gedauert, ehe das vorläufig letzte Gerät angefordert wurde.

"SPD will Schulen aus der Kreidezeit holen", titelte der Merkur am 10. Januar 2009. Hieß damals: Die Sozialdemokraten wollten dafür sorgen, dass die hiesigen Schulen mit modernen elektronischen Schultafeln ausgestattet werden. Die Fraktion hatte für den Stadthaushalt Geld beantragt, für die Ausstattung interessierter Schulen mit modernen elektronischen Tafeln (Smart- oder Whiteboards) einzustellen. Smartboards sind Tafeln, bei denen das Tafelbild nicht mit Kreide erzeugt wird, sondern mit elektronischen Stiften und per Computersteuerung. Die Vorteile solcher Geräte: Zusatz-Motivation für die Schüler, die Möglichkeit, Wissen aus dem Internet und Datenbanken schneller abgreifbar machen und die Unterrichtsvorbereitung von Lehrern erleichtern. Sie müssen ihre Tafelbilder nicht jedes Mal mühsam neu mit Kreide anzeichnen, sondern können sie zu Hause vorbereiten, abspeichern, kranken Schülern mailen und in anderen Klassen erneut abrufen.

Die Anschaffung sollte auf zwei Jahre verteilt werden. 2009 für die "Zweibrücker Grundschulen, soweit Bedarf angemeldet wird" - hierfür beantragten die Sozialdemokraten 100 000 Euro für Schulgeräteanschaffungen, die zweite Stufe im Jahr 2010. Ende 2013 hatte die SPD den Vorstoß erneuert, weil sie mehr Schulen ausstatten wollte und Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) gebeten, die Stadttöchter oder Sponsoren zu Finanzierung zu gewinnen. Am 11. März 2015 hatte SPD-Stadtrat Dirk Schneider an ein angebliches Versprechen Pirmanns in dieser Sache erinnert, das der Stadtsprecher damals dementiert hatte.

Schneider hatte dezidiert das Interesse nach solchen Tafeln ausgelotet und war nach eigenen Angaben bei fast allen der hiesigen Schulen auf große Resonanz gestoßen, konkret etwa beim Helmholtz-Gymnasium, der Mannlich-Realschule Plus oder der Volkshochschule. Das Helmholtz-Gymnasium war von 2010 bis 2013 im Landesprogramm, und die Mannlich-Realschule Plus ist dies von 2014 bis 2017, erhält dafür 25 000 Euro vom Land. Sie kommen auch günstiger an ihre interaktiven Tafeln. Schneiders Hoffnung war, dass man über diesen Pool auch andere Schulen günstig ausstatten könnte.

Stadtsprecher Heinz Braun erklärt, dass 2009 und 2010 jede Schule ein Whiteboard erhalten habe. Das Helmholtz-Gymnasium habe durch die Kooperation mit einer Firma drei Geräte zum Preis von einem bekommen. Jede Schule habe ihren Bedarf anmelden können, im Zuge der entsprechenden Ausstattung sei auf die Wünsche eingegangen worden. "Das letzte Whiteboard, das angefordert wurde, war 2016 von der BBS", so Braun weiter. Die Schulen entschieden selbst, welche Technik sie anwenden wollten. Denn nicht jede wolle stationäre Whiteboards. Das Hofenfels-Gymnasium etwa setze auf kleine mobile Tablet-Computer. Diese seien im Vergleich zu den Whiteboards - Kostenpunkt etwa 3000 bis 4000 Euro - relativ günstig.

Heinz Braun stellt klar, dass weder UBZ noch Stadtwerke die Geräte gesponsert hätten. "Die angemeldeten Wünsche sind über den Schuletat und die Haushaltsberatung in die entsprechenden Haushaltspläne eingeflossen", skizziert der Stadtsprecher den Verfahrensweg.