Der Rubel rollt nicht mehr

Die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und des Verfalls des Rubels werten die beiden größten Arbeitgeber der Stadt Zweibrücken unterschiedlich. Terex sagt, die Auswirkungen seien „derzeit nicht absehbar“, John Deere rechnet mit keinem starken Einfluss auf den hiesigen Standort.

Russland ist schwer getroffen von den Wirtschaftssanktionen des Westens. Dazu kommt noch der dramatische Preisverfall des Rubels. Doch der Schaden liegt nicht alleine bei Russland. Auch Unternehmen in Deutschland leiden unter den Sanktionen gegen das Riesenreich, die wegen dessen Vorgehen in Sachen Ost-Ukraine und Krim verhängt wurden. Für beide Seiten gilt: Der Rubel rollt nicht mehr. Trifft dies auch die beiden größten Arbeitgeber der Stadt Zweibrücken , Terex und John Deere ? Der Merkur hakte nach.

Bei Terex seien die Auswirkungen der Russland-Sanktionen zu spüren, erklärt Unternehmenssprecher Georg Lamerz. In Zweibrücken würden Krane gefertigt, die unter anderem im russischen Energiesektor zum Einsatz kämen - die Krane heben beispielsweise schwere Teile für die Windräder an. "Dieser Energiesektor ist von den aktuellen Sanktionen durch die USA und die EU betroffen", so Lamerz. "Aus diesem Grund unterliegt Terex besonderen Auflagen - unter anderem der sorgfältigen Prüfung von Ausfuhrbeantragungen." Wie stark die Auswirkungen auf Terex in Zweibrücken sind, vornehmlich auf die Arbeitsplätze dort, beantwortete Lamerz zurückhaltend: "Der Einfluss der Sanktionen auf Terex Cranes Germany GmbH (Anm. d. Red.: damit ist der Terex-Standort Zweibrücken gemeint) ist derzeit nicht absehbar".

Bei John Deere habe man schon früh begonnen, sich auf die Auswirkungen der Sanktionen einzustellen, betont Oliver Neumann, Sprecher des Landmaschinen-Herstellers. "Es war uns klar, dass das Geschäft mit Russland und der Ukraine schwieriger werden würde", so Neumann. Das alles komme also nicht überraschend. Er gibt zu bedenken: "Schon vor den verhängten Sanktionen war das Geschäft mit Russland schwierig. Der Grund: Die Russen haben westliche Technik mit hohen Importzöllen belegt, um die heimische Wirtschaft zu stützen - das hat unser Geschäft bereits stark eingeschränkt."

Neumann weiter: "Das Hauptproblem für uns ist derzeit, dass die Kreditverfügbarkeit für unsere russischen Kunden schwierig ist. Sie kommen nicht mehr so leicht an Kredite, folglich können sie nicht mehr so einfach den Kauf von Maschinen finanzieren." Folge: Die russischen Kunden würden mehr auf heimische Produkte zurückgreifen. Den dramatischen Preisverfall des Rubels ordnet Neumann ebenfalls in diesen Kontext ein; der Verfall mache den Erwerb ausländischer Produkte noch teurer, dieses Problem gehe also Hand in Hand mit dem der restriktiven Kreditvergabe.

Neumann will die Auswirkungen der Sanktionen und des Absturzes des Rubels nicht kleinreden - "das hat Auswirkungen, keine Frage" - aber sie seien "nicht so dramatisch", gibt er ein beruhigendes Signal in Richtung Rosenstadt ab. Mehr noch: "Ich gehe davon aus, dass unsere Stammbelegschaft in Zweibrücken nicht davon betroffen sein wird."