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"Der Nussknacker": Russisches Staatsballett in Zweibrücken

„Der Nussknacker“ in der Festhalle : „Eine großartige Leistung auf höchstem Niveau“

Großartiges Ballett und die zeitlose Geschichte von Nussknacker (und Mäusekönig) aus der Feder von E.T.A. Hoffmann krönte für mehr als 500 Zuschauer die Weihnachtszeit in der Zweibrücker Festhalle.

Mit seiner hochkarätigen Leistung, opulenten Kostümen, einer liebevollen Kulisse und der einzigartigen Musik des großen russischen Romantikers Peter Iliowitsch Tschaikowsky begeisterte das russische Staatsballett Kinder, junge Menschen und Erwachsene auf den dicht besetzten Rängen.

In eleganten Barock-Kostüme gekleidet, feiern im ersten Akt feiern die beiden Kinder Marie und Fritz mit ihren Eltern, Bekannten und deren Kindern vor dem üppig dekorierten, funkelnden Christbaum das Weihnachtsfest. Ihr Patenonkel, der Obergerichtsrat Drosselmeier, der als geheimnisvoller Zauberer gilt, schenkt ihnen neben Puppen und Zinnsoldaten auch einen Nussknacker. Marie verliebt sich sofort in ihn, doch Fritz macht den tanzenden Soldaten kaputt. Das Mädchen schläft neben dem Nussknacker ein, als die Mitternachtsstunde heranbricht. Mit dumpfen Glockenschlägen, dunkler oder in wechselndes Licht getauchter Bühne, überträgt sich die besondere Spannung.

Marie träumt und alles um sie herum wächst, die Puppen erwachen zum Leben. Der Mäusekönig und sein Hofstaat kämpfen tänzerisch gegen die Zinnsoldaten unter Führung des Nussknackers. Als dieser verwundet und von Marie verteidigt wird, erscheint er vor geschickt veränderter Kulisse vor einem glänzenden, strahlenden Schneebaum als Prinz. Mit dem opulenten Tanz der Schneeflocken und einem gemeinsamen Finale der Akteure endet der erste Aufzug.

Im zweiten Akt reisen Marie und der Prinz mit ihren (Puppen)-Freunden durch das Märchenland. Mit dem Spanischen, dem Chinesischen oder dem Russischen Tanz erklingen die meist gespielten Titel aus dem umfangreichen Werk des russischen Komponisten. Wunderschöne Pax-de-Deus zu den jeweils landestypisch ausgestalteten Titeln als Bolero mit spanischen Kastagnetten, chinesischen kleinschrittigen Rhythmen, russischen Tamborinen oder fröhlicher Pfeifenmusik führen durch die Länder. Tschaikowsky wechselt in seiner Musik zwischen Folklore, Romantik und Dramatik, eine gelungene Komposition aus klassischem und modernem Ballett interpretiert die bekannten Melodien. In einem weiteren Kampf besiegt der Prinz den Mäusekönig endgültig.

Hinreißende Soli von Marie und ihrem Prinzen und gemeinsamer Spitzentanz auf höchstem Niveau werden mit Szenenapplaus belohnt. Sie wechseln mit bunten, fröhlichen Gruppenszenen. Einer der Höhepunkte ist der wohlbekannte Blumenwalzer mit schwelgenden Melodien, bei dem das gesamte Ensemble auftritt. Am Ende der Geisterstunde erstarren die Puppen erneut, doch Maries Nussknacker-Prinz lebt und sie feiern ein Happy-End.

„Eine großartige Leistung auf höchstem Niveau. Und das auf der kleinen Bühne“, staunte Jasmin Glahn aus Kleinbundenbach. Brigitte Diebold von der Riedelberger Mühle war von der gesamten Aufführung begeistert. Ihre beiden Enkelkinder Andreas (7) und Sophia (9), die beide Ballett tanzen, übten gleich in der Pause die ersten Hebefiguren. Die gesamte Familie genoss den „herrlichen Abend bei der wunderschönen Kulisse, der herrlichen Musik und der eindrucksvollen Interpretation der Tänzer. „Sie sind absolute Profis und haben den Nussknacker unvergesslich umgesetzt“, sagt Brigitte Diebold für die gesamte Familie.