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Der Heilige Geist feiert eine Party

Der Heilige Geist feiert eine Party

Ausverkaufte Kirche, mitreißende Gospels, super Stimmung, traditionelles und neues Repertoire, begeistertes Publikum – das Jahreskonzert des Mittelbacher Chors „Gospel & Praise“ am Sonntag war gewohnt mitreißend. Und dennoch überraschend.

. Für den Clou sorgte diesmal Chorleiter Wolf-Rüdiger Schreiweis, der mit den Übersetzungen der einzelnen Lieder sowie mit interessanten Hintergründen kompetent durch das abwechslungsreiche Programm traditioneller wie moderner Gospelmusik führte. Und - ganz nebenbei - aus dem Nähkästchen des Probenalltags und des Status eines Chorleiters mit fast 20 Sängerinnen plauderte. Erstmals verbrachte der Mittelbacher Chor in diesem Jahr eine Chorfreizeit mit Proben und gemeinsamen Aktivitäten.

Gut zwei Stunden lang rockte der Chor seine Zuhörer aller Altersklassen mit dessen und seinen Lieblingsliedern, aber auch neuen Stücken. "Joyful Joyful" (voller Freude), Titelsong des diesjährigen Jahreskonzerts, stammt aus dem Film "Sister Act 2" und offenbarte einmal mehr die leicht rauchige Solostimme der Sopranistin Anja Bless. Völlig unbegründet auch die Sorge, ob die Stimme von Alt-Solistin Nicole Flesner sie durch das ruhige "Because of who you are" tragen würde. Das Gänsehautfeeling griff auch diesmal um sich. Mit ihrem mitreißenden und abwechslungsreichen Gospelkonzert aus rhythmischen, rockigen, souligen, melodisch-besinnlichen und feierlichen Liedern, huldigten die 15 Sängerinnen zwischen zwölf und gut 60 Jahren mit ihrer dreiköpfigen Begleitband Gott.

Der Neuzugang, die zwölfjährige Angelina Günther, die zu Schreiweis Erstaunen "alle Lieder fast auswendig" konnte, sichert gleich die Öffnung in die nächste Generation. Nach "Aufwärm-Liedern" hatte der Chor sein Publikum im Mitklatsch-Modus.

Nach dem rasanten "Time to Celebrate", das die "Holy-Ghost-Party" (Heilige-Geist-Party) besingt, wenn "zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind", gellten Bravo-Rufe und Pfiffe durch die Kirche. Der Applaus galt neben dem "besten Frauen-Gospel-Chor der Welt" (Schreiweis) auch dem Trio Hermann Dering (Klavier), Achim Bißbort (Bass) sowie Simon Rupp (Percussion) und natürlich dem Chorleiter .

Auch diesmal durften die Gäste mitsingen, "Anker in der Zeit" war ein neues Lied, da davon handelt, dass Gott als Ursprung allen Lebens und unserem Ziel in Ewigkeit eben der Anker in jeder noch so turbulenten Zeit ist.

Mit "Klatschen auf die Eins" als der betonten Taktzeit gelang auch der gemeinsame Evergreen "Give me that old-time religion" auf Anhieb gemeinsam. Stehend erklatschten sich die Zuhörer am Ende nicht nur das "Markenzeichen" des Chors: "Oh happy day" mit der kehligen Stimme von Tenor-Solistin Martina Stauder, die den Hit, der es Ende der 1960er-Jahre sogar bis in die internationalen Charts geschafft und Gospel damit populär gemacht hatte, gefühlvoll in alle Herzen sang.

Mit Kerzen ausmarschierend, verabschiedeten die 15 Sängerinnen und ihr Chorleiter ihre Gäste mit einem Spalier vor der Kirchentür.