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Deponieausbau: BUND kündigt Schritte an

Deponieausbau: BUND kündigt Schritte an

„Gründlichkeit vor Eile“ kommentiert der Zweibrücker BUND-Vorsitzende Wolfgang Adelfang das weitere Vorgehen in Sachen Deponie-Erweiterung. Klar ist: Man würde einschreiten, wenn der UBZ mit der vom BUND kritisierten Basisabdichtung des neuen Abschnitts beginnen sollte.

Der UBZ kann nach dem Willen der Aufsichtsbehörde damit beginnen, seine Mülldeponie im Rechenbachtal auszubauen - doch der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) will nicht tatenlos zusehen. Das sagte gestern der Zweibrücker Vorsitzende Wolfgang Adelfang. Die für November geplante Fällung von Bäumen würde man hinnehmen, "das wäre nicht so schlimm", so Adelfang.

Spätestens wenn der UBZ aber mit den Arbeiten an der vom BUND kritisierten Basisabdichtung beginne, würde man aktiv werden. Der BUND kann die Zustimmung der SGD Süd zum Sofortvollzug des Deponieausbaus durch eine Klage aufheben (wir berichteten). Eine Frist dafür gibt es laut Adelfang nicht.

Parallel läuft vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz die Klage des BUND gegen die Erlaubnis zum Deponieausbau überhaupt. Den Sofortvollzug hatte die SGD Süd am Mittwoch auf UBZ-Antrag erlassen. Die Behörde erläuterte, dass ihr inzwischen zwei ingenieurtechnische Stellungnahmen vorlägen, denen zufolge weniger Fläche als zuvor angenommen verfüllt werden kann, weil eine Freifläche zum neuen Abschnitt hin eingeplant werden muss. Dadurch wäre der aktuelle Deponiekörper in 46 Monaten voll - bis Frühjahr 2019 und nicht wie im Planfeststellungsbeschluss angenommen 2020. Adelfang zeigt sich überrascht, dass diese Angaben vom gleichen Ingenieurbüro gemacht werden, das in den Antragsunterlagen vor zwei Jahren von 15 Monaten ausgegangen war. Die SGD Süd hält die Berechnungen aber für plausibel. Laut Sprecherin Ulrike Schneider rechnet die Behörde mit einem Einlagerungsbeginn ab Oktober 2018. Aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben sowie Auflagen im Planfeststellungsbescheid dürfte der UBZ nur zwischen Oktober und März roden. Schneider: "Sollte der UBZ nicht im November 2015 damit beginnen können, würde sich der Baubeginn für den 5. Deponieabschnitt um ein Jahr verzögern. Die Einlagerung in den neuen Deponieabschnitt könnte dann erst ab Oktober 2019 erfolgen." Also muss der UBZ nächsten Monat loslegen. Von April bis Juni 2016 müsste er Mauereidechsen umsiedeln, danach Infrastruktur zurückbauen und Planungsarbeiten durchführen.

Ab Frühjahr 2017 stünden Erdarbeiten und Dichtungsbau an, der Dichtungseinbau könnte bis April 2018 dauern. Betriebsbereit wäre der neue Deponieabschnitt dann im Oktober 2018.