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Denkmalschutz verhindert Abriss-Pläne

Denkmalschutz verhindert Abriss-Pläne

Die Denkmalschutzbehörden blockieren größere Abrisspläne in der Weißen Kaserne. Die Vermarktung sei nun erschwert, bedauert Miteigentümerin Gabriele Hummel. Sie hofft aber noch auf eine Einigung.

In der langen und steinigen Geschichte der Zweibrücker Weißen Kaserne wird - zumindest vorerst - kein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Nach Merkur-Informationen hatte die Eigentümerfamilie Hummel zwar konkrete Pläne dafür, nach der Kommandantur endlich auch andere Teile des Geländes zu vermarkten. Doch diese Pläne sind am Denkmalschutz gescheitert.

Landeskonservatorin Roswitha Kaiser von der "Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz" berichtete auf Merkur-Anfrage, seitens der GdKE "gibt es eine Stellungnahme gegen eine sehr, sehr weitreichende Abrissplanung, weil durch diese der Denkmalcharakter der Weißen Kaserne absolut vernichtet würde". Die Pläne hätten den Abriss mehrerer Gebäude und dafür Neubauten vorgesehen. Die Landesdenkmalpflege habe den Weiße-Kaserne-Eigentümern aber auch alternative "Wege aufgezeigt" und auf "gut gelungene Beispiele" anderer Konversionsobjekte verwiesen, so Kaiser.

Die untere Denkmalschutzbehörde bei der Stadt Zweibrücken teile die Bedenken der Landesbehörde, sagte Stadtsprecher Heinz Braun. Er betonte, beide Behörden würden durchaus den Abriss einiger Gebäude (und Neubauten) erlauben, etwa der Blechhallen in der Mitte: "Es ist nicht so, dass nichts geht! Wenn aber zum Beispiel entlang der 22er-Straße bis auf zwei Eckgebäude alles abgerissen würde, bliebe kein Gesamtensemble mehr sichtbar."

Sieht die Bernd Hummel Immobilienprojekte GmbH nach der Verhinderung ihrer jüngsten Pläne durch den Denkmalschutz noch realisierbare Alternativen für die Gebäude ? Die zuständige Gabriele Hummel antwortet: "Wir sind weiterhin in aussichtsreichen Planungsgesprächen mit Interessenten, dabei sind auch Teilverkäufe für bestimmte Projekte vorgesehen. Eine Lockerung der Denkmalschutzauflagen würde die Realisierung der baulichen Maßnahmen sehr begünstigen; eine Absage erschwert natürlich die Vermarktung."

Sieht Hummel noch Einigungsmöglichkeiten? "Im Gespräch mit der Behörde werden andere Lösungsansätze für eine Einigung gesucht und entsprechende Vorschläge gemacht." Die konkreten Pläne verrät Hummel nicht: "Die Pläne sind in Zusammenarbeit mit Investoren und Betreibern erstellt und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt."

Die Geschichte der Weißen Kaserne reicht bis 1892 zurück. Drohen die seit dem Auszug der Amerikaner 1994 leerstehenden Gebäude zu verfallen? Hummel versichert: "Wir halten die Gebäude im gleichbleibenden Zustand. Die Substanz hat sich nicht verschlechtert."

Die Hummels hatten das 45 000-Quadratmeter-Gelände 1996 für umgerechnet 477 000 Euro der Stadt abgekauft, um die Weiße Kaserne innerhalb von zehn Jahren zu einem "Quartier écologique" zu entwickeln mit experimentellem Wohnen, Öko-Firmen und Kulturzentrum. Doch immer wieder gab es Verzögerungen. Baurecht wurde 2005 geschaffen. Saniert und (bis auf zurzeit das zweite Obergeschoss) mit Büros und Praxen belegt ist seit 2011 nur die Kommandantur.

Seit der Hummel-Übernahme sind auch 400 000 Steuergelder in die Kaserne geflossen.

In Pirmasens haben die Hummels bereits alte Schuhfabriken erfolgreich konvertiert: Neuffer am Park und die P-Town-Lofts.