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Denkmalschützer spricht sich für Erhalt der Westwall-Anlage aus

Denkmalschützer spricht sich für Erhalt der Westwall-Anlage aus

Für den Denkmalschützer Günther Wagner ist es keine Frage: Die Westwall-Anlage auf dem Kreuzberg darf nicht abgerissen werden. Diese Einschätzung wird der Landesbeauftragte Westwall der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz auch der Stadt Zweibrücken als zuständige untere Denkmalschutzbehörde mitteilen, wie er im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur betont.In der vergangenen Woche war bei Abrissarbeiten des Gebäudes 4004 auf dem Kreuzberg die Anlage wiederentdeckt worden (wir berichteten).

Die Denkmalpfleger vermaßen und kartierten die Anlage, die nach Aussage Wagner in ihrer Komplexität "ganz selten ist". Seiner Kenntnis nach ist es die einzige Anlage in Rheinland-Pfalz, die es noch in dieser Dimension gibt. Wagner erstellt seit zwei Jahren ein Kataster des Westwalls von der Südpfalz bis in die Anlage. "Die Anlage war unbekannt", sagt Westwall-Experte.

Sie ist nach seinen Aussagen in einem "hervorragenden Zustand". Die Anlage mit einem Bereitschaftsraum im Keller und zwei Kampfräumen darüber sei vermutlich 1938 mit einem Kasernengebäude der Wehrmacht errichtet worden. Bei der Demilitarisierung sei die Anlage nicht gesprengt worden. Die oberen Räume wurden mit Betonbrocken gefüllt und die Luke vom Keller in die oberen Räume seien zugemauert worden. Später nutze die US-Armee das Gebäude auf dem Kreuzberg.

Die Anlage weise eine "Merkwürdigkeit" aus, erklärt der Denkmalschützer. So wiesen die Schießscharten der Kampfräume in die "falsche Richtung". Wagner vermutet, dass die Schießscharten nicht zum Schießen, sondern als Öffnung dienten, um Lichtsignale zum Freudenbergerhof zu senden. Dort waren nach Auskunft Wagners zwei große Regimentsgefechtsstände. Die Anlage auf dem Kreuzberg sei "das Auge der Bunker" im Tal gewesen, schlussfolgert er.

Wagner plädiert dafür, den Schaden durch den Bagger zurückzubauen und die Verblendung, die Mauer des Kasernengebäudes, teilweise wiederherzustellen, um diesen Aspekt darzustellen. "Das ist allerdings Sache der Stadt. Als Fachbehörde bieten wir unsere Unterstützung an."

Der Beigeordnete der Stadt, Henno Pirmann (SPD ), erklärt auf Anfrage unserer Zeitung: "Wenn alle Informationen vorliegen, wird die Stadt eine Entscheidung treffen."