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"Den Wohlstand in Zweibrücken heben"Nur eine neue Spur durch Fußgängerzone

"Den Wohlstand in Zweibrücken heben"Nur eine neue Spur durch Fußgängerzone

Zweibrücken. In der Innenstadt steht die Vorbereitung des Umbaus der Fußgängerzone an. "Wir müssen die Fußgängerzone wieder zeitgemäß gestalten", sagt Oberbürgermeister Helmut Reichling. Die Umgestaltung solle jedoch mit geringen finanziellen Mitteln bewerkstelligt werden. "Wir werden nicht mit Gewalt Geld ausgeben

Zweibrücken. In der Innenstadt steht die Vorbereitung des Umbaus der Fußgängerzone an. "Wir müssen die Fußgängerzone wieder zeitgemäß gestalten", sagt Oberbürgermeister Helmut Reichling. Die Umgestaltung solle jedoch mit geringen finanziellen Mitteln bewerkstelligt werden. "Wir werden nicht mit Gewalt Geld ausgeben. Es soll grüner werden in der Fußgängerzone - sie soll Atmosphäre erhalten." Um mit Fantasie an die Gestaltung heranzugehen, laufe derzeit ja auch der Wettbewerb. Auch über den Bodenbelag wurde immer wieder diskutiert. "Wir werden nicht die komplette Fußgängerzone aufreißen", sagt Reichling, "aber es wird eine Spur durchgehen, die komplett eben ist". Auch auf dem Alexanderplatz wird in den kommenden Wochen mit den Arbeiten begonnen: "Zunächst wird der Pavillon abgerissen."Die Umbauten allein reichen aber nicht, um Menschen in die Innenstadt zu locken. Reichling: "Die Einzelhändler müssen begreifen, dass auch sie selbst etwas tun müssen." Nur zu meckern, helfe keinem weiter. "Die Zweibrücker wollen ja in ihren Geschäften einkaufen, aber Service, Freundlichkeit und Atmosphäre sind das A und O." Auch die unregelmäßigen Öffnungszeiten führen nicht dazu, dass die Kaufkraft steigt, beklagt Reichling. "Bei den großen Veranstaltungen im vergangenen Jahr hat man es doch gesehen: Am SWR-4 Sommerfest waren die Geschäfte mittags zu, am Umzug des Herzogsjubiläums waren sie geschlossen und das gleiche Bild sah man Halloween." ski

Zweibrücken. Arbeitsplätze und Wohlstand in der Stadt müssen gesteigert werden, hat sich Oberbürgermeister Helmut Reichling für dieses Jahr vorgenommen. "Jeder zehnte Zweibrücker wohnt in einer Bedarfsgemeinschaft", sagt Reichling. Man müsse sich mit Themen wie Kinderarmut auseinandersetzen, auch wenn es "nicht so ist, dass in Zweibrücken Menschen verarmen".

Im Gegensatz zum Umland habe man den Einwohnerstand gut gehalten. Die Stadt solle Menschen Hoffnung geben, einen Wohnsitz und einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden. Die Fachhochschule biete viel für Firmen aus dem Hightechbereich, daher sei auch die Initiative Technologie-Campus entstanden. Reichling: "Unternehmen von außerhalb können hier neue Arbeitsplätze schaffen und Studenten dazu ermutigen, sich in Zweibrücken niederzulassen und hier eine Existenz aufzubauen." Um auch etwas für die "Old Economy" zu tun, also für die Firmen, die schon lange in Zweibrücken angesiedelt sind, solle es 2011 wieder ein regionales Zulieferforum geben.

Ein Schwerpunkt bei den städtischen Investitionen liege 2011 bei der Kinderbetreuung. "Die Umbaumaßnahmen in der Yorktownstraße, Thomas-Mann-Straße, am Weizenkorn sowie in der Canadaschule sollen vorangetrieben werden", erklärt Reichling. "Mit dem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei wird schnellstmöglich begonnen." In anderen Städten würden die Kindergartenplätze für unter Dreijährige durch Einsparungen bei den älteren Kindern gewonnen. "In Zweibrücken werden Räume umgebaut und ein ganz neues Gebäude errichtet", betont Reichling. Frauen sollten in Zweibrücken die Möglichkeit haben, Berufsausbildung und Kinderwunsch zu vereinbaren.

Auch was Schulen angeht, wird es in Zweibrücken zu Veränderungen kommen. Hauptschulen werden in Rheinland-Pfalz abgeschafft, "in Zweibrücken wird es daher zukünftig zwei Realschulen Plus, eine integrative und eine kooperative, geben. Dabei werden zwei der jetzigen drei Hauptschulgebäude zur neuen integrativen Realschule umgewandelt. Bisher sei klar, dass die Hauptschule Mitte auf jeden Fall dabei ist, zwischen der Hauptschule Nord und der Schillerschule sei noch keine Entscheidung getroffen. Die vorhandenen Fachräume und das moderne Gebäude sprächen aber eher für die Schillerschule. Das frei werdende Gebäude könnte die VHS und eine weitere Kita nutzen. Zudem wirbt Reichling dafür, im Unterricht stärker die Geschichte Zweibrückens zu behandeln: "Durch das Jubiläumsjahr haben wir viele Materialien. Den Schülern sollte vermittelt werden, in welch toller Stadt sie leben."

Ein für Reichling wichtiger Punkt ist zudem der Erhalt der Niederauerbach-Kaserne. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht sieht er hier Diskussionen auf die Stadt zukommen. "Es wird heftige politische Diskussionen geben. Wer am lautesten schreit, wird wohl bestehen bleiben." Reichling hält die Standorte, an denen die Soldaten eng mit der Bevölkerung verbunden sind, wie hier in Zweibrücken, für immens wichtig. Reichling: "Die Garnison hatte in Zweibrücken nie ein Akzeptanzproblem. In der Stadt wirkt sie wirtschaftsfördernd. Und es sind unsere Leute, sie leben hier. Wenn der Standort geschlossen wird, bedeutet das für uns Konversion II."

Auch auf der Truppacher Höhe geht es in diesem Jahr voran. "2011 werden hier eine Tankstelle, eine Spielhalle sowie McDonalds entstehen", sagt Reichling. Daneben würde er auf dem Gelände gerne ein Value-Center sehen. Die Ansiedlung der Fachmärkte sieht er eher am Güterbahnhof. "Für diesen Standort gibt es zwei Interessenten." Einer davon sei ein großer Elektronikfachhändler. Auf die Mahnung Kurt Pirmanns, es sei hinsichtlich der Ansiedlungen auf der Truppacher Höhe zur Eile geraten, da die Fachmärkte ansonsten in anderen Städten ansiedeln, wie etwa Decathlon in Neunkirchen, entgegnet Reichling: "Decathlon hat mit uns schon vor zwei Jahren gesprochen und zeitgleich mit Neunkirchen. Da kann von Wegschnappen nicht die Rede sein!"

Neben der Kinderbetreuung und der Innenstadt ist im Haushalt für das laufende Jahr auch die Sanierung des Westpfalzstadions eingeplant. Dabei spiele es keine Rolle, ob der SVN den Aufstieg schafft oder nicht, verspricht Reichling.

Am Rande

 Reichling will den Belag der Fußgängerzone nur teilweise erneuern lassen, um einen teuren Komplett-Aufriss zu vermeiden.
Reichling will den Belag der Fußgängerzone nur teilweise erneuern lassen, um einen teuren Komplett-Aufriss zu vermeiden.

Späte Rache an Walter Rimbrecht: Im vergangenen Jahr hatte Rimbrecht (SPD) im Stadtrat kritisiert, dass Oberbürgermeister Helmut Reichling von Ausbürgerung spricht, weil er seinen Hauptwohnsitz von Zweibrücken nach Homburg-Einöd ummelden muss. Bei einem Blick auf die Facebook-Seite des Zweibrücker OB fällt nun auf, dass Helmut Reichling seinen Wohnort gerade wieder von Einöd nach Zweibrücken geändert hat. Reichling lebt zwar weiter in einem Haus in Einöd, "aber zu Hause ist man dort, wo man ist, wo man die meiste Zeit verbringt", sagt er. Sein Geburtshaus stehe hier. In Zweibrücken, wo er aufgewachsen ist, fühlt er sich heimisch. Hier ist er zur Schule gegangen, hat seine Jugend verbracht. ski