Den Personalmangel im Blick

50 Teilnehmer sind in Zweibrücken zu der von Generalvikar Franz Jung geleiteten Veranstaltung zum katholischen „Gemeindepastoral 2015“ gekommen. Ziel ist neben der Fusion von Pfarreien auch ein neues missionarisches Konzept.

Die katholische Kirche reagiert auf die gesellschaftlichen Veränderungen in den Gemeinden und entwickelt neue Strukturen und neue Perspektiven. Ab 1. Januar 2016 werden durch eine Strukturreform 70 neue Pfarreien errichtet, die durch Zusammenführung der bisher 346 Pfarrgemeinden entstehen.

Die Kooperationsform der Pfarrverbände im Bistum Speyer endet damit. Sie waren in den 70er Jahren, angestoßen durch die Würzburger Synode, im Blick unter anderem auf den sich abzeichnenden Personalmangel, eingerichtet worden. Ihre Aufgabe bestand in einer engeren Zusammenarbeit benachbarter Pfarreien bei übergreifenden Angeboten, zum Beispiel Gottesdiensten für bestimmte Zielgruppen, Kursen der Ehevorbereitung, Veranstaltungen der Erwachsenenbildung oder der Schulung ehrenamtlicher Mitarbeiter. Die anfänglich 42 Pfarreien wurden 2008 auf 24 reduziert. Die Reform wurde jetzt fortgesetzt durch die Schaffung der 70 neuen Pfarreien. "Der Prozess der Umstrukturierung sei "schon viel Arbeit", gab der Generalvikar während einer Veranstaltung zu, "aber es ist die Mühe wert! Wir wollen dazu motivieren, dass viele den ersten Schritt mitgehen und auch die nächsten Schritte mitmachen. Dann haben wir den Punkt erreicht, an dem wir von Kirche im Aufbruch sprechen können." Die neuen Gemeinden werden in drei Gremien repräsentiert, die von allen Gemeindemitgliedern gewählt werden: dem Pfarreirat mit 33 Mitgliedern, dem Gemeindeausschuss und dem Verwaltungsrat. Die jeweilige Zusammensetzung ist äußerst ausgeklügelt. Alle drei Gremien sind untereinander vernetzt. Die Wahl wird im Oktober stattfinden.

Der Perspektivwechsel deutet sich in dem Satz: "Es ist die Kirche, die sich verbeugt vor den Gläubigen", an. Wie Jesus ja auch an einer Stelle in der Bibel fragt. "Was kann ich dir tun?". Immer wieder wurde der amtierende Papst Franziskus zitiert, an dem sich die Kirche zu orientieren hat. Das neue Pastoralkonzept ist notwendig, da die Ressourcen (Ehrenamtliche, Finanzen usw.) begrenzt sind. Es ist die verbindliche Grundlage zukünftiger Arbeit. Dazu gehört auch ein neues missionarisches Konzept, das es zu entwickeln und umzusetzen gilt.

Die Versammlung, zu der 50 Personen erschienen waren, wurde geleitet von Generalvikar Franz Jung , Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats, Thomas Kiefer, Leiter der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen, und Mitglieder des Allgemeinen Geistlichen Rats.