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„Demokratie leben!“: Zweibrücken macht sich für Integration stark

„Demokratie leben!“: Zweibrücken macht sich für Integration stark

In Zweibrücken haben sich im vergangenen Jahr 14 Projekte am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ beteiligt. Mit unterschiedlichen Ansätzen, aber dem gleichen Ziel engagieren sie sich für mehr Toleranz in der Rosenstadt.

Menschenrechte und Demokratie , Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit wollen gelebt werden. Damit das möglich ist, muss es Anstöße, Ideen und Kreativität geben. Das will die Rosenstadt mit der Beteiligung am Bundesprogramm "Demokratie leben!" erreichen. Seit 2015 beteiligt sich auch Zweibrücken daran. Das Besondere daran: Alle Projekte werden vollständig finanziert, die Träger müssen keinen Eigenanteil aufbringen.

Im Begleitausschuss der "Partnerschaft für Demokratie Zweibrücken " wurde gestern nun ein Teil der 14 Projekte vorgestellt, die 2016 unterstützt wurden. Bei allen stand die Förderung von Demokratie , Toleranz, Vielfalt und darüber hinaus auch ziviles Engagement im Vordergrund. Das Helmholtz-Gymnasium engagiert sich mit mehreren Projekten. Unter dem Motto "Helpings Hands" haben die Schüler Katzen-Schmusekissen für Flüchtlingskinder genäht. Die Kissen sollen den häufig traumatisierten Jungen und Mädchen ein Stückchen Sicherheit und Wärme - einen kleinen emotionalen Halt - in einer sehr aufgewühlten Phase ihres Lebens schenken. Sie wurden beim Neujahrsempfang der Stadt überreicht. "Die vielen leuchtenden Augen waren das i-Tüpfelchen unserer Arbeit", erzählt HHG-Lehrerin Sabine Burkhardt. Schüler der siebten, zehnten und zwölften Klasse fertigten in ihrem "Silhouetten-Projekt" 17 Edelstahlblech-Figuren, die das vielfältige Miteinander unterschiedlicher Personen symbolisieren. Die Skulpturen sollen in den nächsten Wochen vom UBZ auf dem HHG-Gelände in den Boden eingelassen werden. Die Zweibrücker Pfadfinder besuchten mit 23 Teilnehmern einen Gottesdienst im Speyerer Dom , um dort das Friedenslicht aus Bethlehem abzuholen. Zurück in der Rosenstadt, brachten die Pfadfinder das Licht in mehrere Kirchen und Altenheime.

Eine echte Herausforderung sei dagegen die konkrete Integration von Zuwanderern aus Rumänien gewesen, betonte Liane Weidmann-Lichtel, Vorsitzende des Zentralverbands Deutscher und Osteuropäer. "Gerade Roma-Familien leben in einer eigenen Welt. Wir haben ihnen beispielsweise geholfen, Bewerbungen zu schreiben und versucht, sie über Kultur- und Sportangebote in das städtische Leben zu integrieren."

Die diesjährigen Fördermittel für Zweibrücken wurden noch einmal aufgestockt. 100 000 Euro stehen für 2017 zur Verfügung, davon fließen 20 000 Euro wieder in Einzelprojekte.