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Debatte um Lockdown-Ausstiegsszenario und Corona-Fallzahlen

Zwei Neuinfektionen am Wochenende in Zweibrücken, insgesamt 16 im Gesundheitsamtsbezirk Südwestpfalz : Malu Dreyer fordert Öffnungsperspektive

„Ich halte es für falsch, mit Angst für Akzeptanz sorgen zu wollen“, sagt die Ministerpräsidentin. Derweil steigen die Corona-Zahlen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer fordert, bei den nächsten Corona-Beratungen von Bund und Ländern einen Plan für Öffnungen vorzulegen. Man brauche „klare Aussichten für die Menschen, wie es weitergeht“, sagte die SPD-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS).

Dreyer kritisierte den Ablauf der Ministerpräsidentenkonferenzen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU): „In dieser großen Runde ist eigentlich gar keine abschließende und offene Diskussion möglich, weil alles, jeder Satz, sofort nach außen dringt. Es ist eine absolut nichtvertrauliche Runde. Das hat das Beratungsklima zerstört“, sagte Dreyer. Die Konsequenz sei, dass sich viele Teilnehmer vorher in kleineren Gruppen abzustimmen versuchten. Das sei aber „nicht Sinn und Zweck der Sache“.

Dreyer verlangte zudem eine andere Vermittlung der Beschlüsse: „Ich halte es für falsch, mit Angst für Akzeptanz sorgen zu wollen.“ Man müsse immer auch Zuversicht verbreiten und Perspektiven entwickeln. Dreyer sprach sich zudem für ein Beratungsgremium auf Bundesebene aus, das „nicht nur aus Virologen und Epidemiologen besteht“. Auch die Wissenschaft vertrete unterschiedliche Meinungen.

Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz am Sonntag 336 neue Corona-Infektionen registriert. Aktuell sind 6258 Rheinland-Pfälzer mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Corona-Toten stieg um vier auf 2991.

Die Inzidenzzahl (Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen) lag am Sonntag in Rheinland-Pfalz bei 51,1 und damit erstmals seit über einer Woche wieder über der roten Risikogebiets-Alarmschwelle 50.

Im Gesundheitsamtsbezirk Südwestpfalz gab es am Sonntag zwei und am Samstag 14 Neuinfektionen – davon zwei in Zweibrücken sowie je eine in Wiesbach, Biedershausen, Knopp-Labach und Winterbach (wo erneut ein Kita-Kind betroffen ist).

Der Landkreis Südwestpfalz rutschte am Sonntag mit einer Inzidenz von 41,1 von gelb in die Gefahrenstufe orange hoch. Pirmasens bleibt mit 37,3 weiter in orange. Zweibrücken liegt mit 17,5 unterhalb jeglicher Warnstufe und hat weiter die niedrigste Inzidenz in Rheinland-Pfalz.

Bundesweit stieg die Inzidenzzahl am Sonntag auf 60,2, im Saarland auf 61,4.