Datenretters Verschwiegenheit

Harald Göller und Ralf Hensler von der Firma Convar Service Team in Pirmasens sprachen beim Naturwissenschaftlichen Verein zum Thema: „Datenrettung – die Zeit des großen Vergessens hat begonnen“.

. Ein Trost gleich am Anfang: CDs, die schon bespielt gekauft werden, halten wahrscheinlich nicht ewig, aber sehr, sehr lange. Wie das kommt: "Sie werden gepresst, ein Verfahren, das ein langes Leben garantiert", sagt Datenrettungsspezialist Ralf Hensel von der Firma Convar in Pirmasens . Er hielt den interessanten Vortrag über Datenrettung beim Naturwissenschaftlichen Verein vor gut 150 Zuhörern.

Nach rund 30 Jahren geht es mit den gespeicherten Daten allerdings bergab, sie werden unlesbar: Entweder werden die CDs blind (der verwendete Kleber löst sich) oder es gibt keine Software mehr für den Speicher oder passende Schnittstellen fehlen. "Rund 91 Prozent aller Daten gehen in einem Menschenleben verloren".

Der Redner ging auf die Praxis der Datenrettung auf den verschiedensten Speichern näher ein. Wunder können die Datenretter nicht erbringen, aber sie können viele Daten wieder lesbar machen.

Wer wichtige Daten verloren zu haben glaubt, sollte sich an einen professionellen Datenretter wenden, bevor er zum Beispiel die Festplatte wegwirft. Gibt die Festplatte komische Töne von sich, sollte man die Platte nicht noch mehrmals ein- und ausschalten, das kann zu einem Headcrash führen, das heißt, der Lesekopf wird zerstört, verklebt mit der Oberfläche und dann ist es endgültig aus.

Wer etwas endgültig löschen will, wie oft muss er dann hintereinander löschen? "Speicher der letzten 20 Jahre sind mit einer Löschung unwiederbringlich irreparabel gelöscht. Es bleibt kein Restmagnetismus. Es sei denn, der Computer erzeugt automatisch Kopien, die bleiben natürlich erhalten". Fazit: Die Speicherung von Daten für alle Ewigkeit ist noch nicht erfunden!

"Die Datenrettung kann uns Retter psychisch sehr belasten", betont Rolf Hensel, "denn wir dringen ja in das Privatleben, in intimste Aufzeichnungen ein oder erlangen Kenntnis von dramatischen Ereignissen". So hätten sie sich als Schutzmaßnahme angewöhnt, nur stichwortartig zu prüfen, ob die Daten gerettet werden konnten. Andererseits bringt der "Patient" dem Retter großes Vertrauen entgegen. Das möchte er dann auch entgegnet wissen dürfen!