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Kolumne Unsere Woche: Das unverständliche Schweigen der MDSU

Kolumne Unsere Woche : Das unverständliche Schweigen der MDSU

Abfallverwerter und transparente Informationspolitik, das scheint keine gute Kombination zu sein. In der Vergangenheit wurde das mehrfach etwa bei dem Staubkonditionierer Terrag deutlich. Dort gab es mehrere Zwischenfälle und alles andere als gutes Krisenmanagement. Der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) tat sich früher manches Mal schwer damit, sogar positive Taten entsprechend zu kommunizieren.

Beide um Längen schlägt in Sachen Kommunikationsdefizite indes die Mitteldeutsche Schlackenunion. Die will auf dem Deponiegelände bei Mörsbach schon seit Jahren eine Halle bauen, um das Recycling von Metall aus Müllverbrennungsschlacke zu überdachen. Analog ihrer Pilotanlage in Reesen (Sachsen-Anhalt). Und sie dürfte es auch. Denn seit Juni 2014 liegt die behördliche Genehmigung der SGD Süd vor. Allein, es tat sich seitdem überhaupt nichts. Die Schlacke- und Metallaufbereitungsanlage in Mörsbach wurde nicht erweitert, die bereits früher genehmigte Mineralstoffaufbereitungsanlage mit gleicher Kapazität leistete weiter ihren Dienst. Warum die Verzögerung? Keiner wusste es. Der Betreiber schwieg in der ganzen Zeit beharrlich auf zahlreiche Merkur-Anfragen. Diese Woche nun erklärte die SGD Süd auf Anfrage, dass die MDSU angezeigt habe, am 3. Juli mit dem Hallenbau begonnen zu haben. Ein angekündigter Änderungsantrag sei hingegen nicht eingegangen. Die Halle muss also, trotz anderslautender Absprache, auf dem Stand der Genehmigung von 2014 gebaut werden. Werner Boßlet, Chef des Deponiebetreibers UBZ, erklärte am Freitag, dass die Bauzone hinter dem Schlackenberg schräg gegenüber von Terrags Konditionierungsanlage bereits abgesteckt worden sei und er in Kürze mit dem Beginn der Arbeiten rechne. Doch auch jetzt schweigt die MDSU beharrlich weiter. Dabei sollen dem Vernehmen nach über ein Dutzend neue Arbeitsplätze entstehen. Und die Reesener Einrichtung in der Branche eine Referenzanlage sein. Erkennbar also keine Gründe für Geheimhaltung. Denn diese macht vielleicht unnötig skeptisch. Und gerade die Mörsbacher schauen nach den Erfahrungen der Vergangenheit bei Entwicklungen auf der Deponie zu Recht ganz genau hin. Also, MDSU: Es ist Zeit zu reden !