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Der Song meines Lebens: „Das ist Filmmusik ohne Film“

Der Song meines Lebens : „Das ist Filmmusik ohne Film“

Manchmal ist ein Lied mehr als nur ein Lied. Man hört es, und es lässt einen nicht wieder los. Weil es uns musikalisch einen neuen Horizont eröffnet, eine bestimmte Saite in uns zum Schwingen bringt oder weil wir es mit unvergesslichen Erlebnissen verbinden. Über solche Songs erzählen prominente und weniger prominente Bürger in unserer neuen Serie. Heute: der Musikschulleiter Walter Theison.

Musik spielt natürlich eine Hauptrolle im Leben von Walter Theisohn. Der Leiter Herzog-Christian-Musikschule und Vorsitzende der Mozartgesellschaft hat Oboe an der Musikhochschule in Saarbrücken studiert. Nicht weiter verwunderlich, dass das Stück Musik, das ihm am meisten bedeutet, kein Pop- oder Rocksong ist.

Theisohn muss lange überlegen bei der Frage nach seiner Lieblingsmusik. Dann entscheidet er sich für die dritte Sinfonie von Ralph Vaughan Williams. „Das war ein Engländer. Wenn ich ins CD-Regal greife, dann oft zu ihm.“ Da diese Sinfonie nur selten gespielt werde, hat Theisohn sie zuerst auf CD gehört. „Da gibt es eine besondere Aufnahme vom Philharmonia Orchestra von London. Die ist vom Klang her sehr überwältigend.“

Bereits 1916 begann Vaughan Williams mit dieser Sinfonie für Sopran und Orchester. Er verarbeitete darin seine Erfahrungen im Ersten Weltkriegs, bei dem er als Soldat in Frankreich diente. Erst 1922 wurde das Stück zum ersten Mal aufgeführt. „Es sind gerade für Oboenfreunde sehr schöne Stellen drin, die ganze Sinfonie ist sehr ausdrucksstark.“

Darauf gestoßen war Theisohn Mitte der Neunzigerjahre, weil er ein Oboenkonzert von Vaughan Williams kannte - „da guckt man halt, was der noch so gemacht hat.“ Ihn beeindruckt die „unendliche Traurigkeit“ dieser Musik. „Das ist Filmmusik ohne Film.“

 Vaughan Williams
Vaughan Williams Foto: P/PM

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