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„Das Glück vervielfältigen“

„Das Glück vervielfältigen“

Werner Gräßer und Klaus Wingerter, Mitglieder des Kunstvereins Zweibrücken, stellen derzeit ihre Werke im Foyer des Gebäudes der Verbandsgemeinde aus: Bildende Kunst ebenso wie Objekte aus Blech.

Die langen Flure und das Foyer im Gebäude der Verbandsgemeinde wurden jüngst renoviert, strahlen jetzt hell und einladend. Das färbt auf die Stimmung ab, die Besucher verweilen nun gern offenen Blicks vor den Bildern, um sich inspirieren zu lassen. Der Künstler Werner Gräßer, ein Saarbrücker aus Rimschweiler, sagt: "Durch die in meinen Bildern zu entdeckenden Formen und durch die Oberflächengestaltung möchte ich in den Betrachtern Emotionen wecken, ohne die Sicht einzuengen. Glück und Freude, die ich beim Malen spüre, vervielfältigen sich gewissermaßen im Besucher der Ausstellung."

Aus tiefblauem Hintergrund tauchen kantige grob strukturierte Formen auf, scheinen zu schweben, gestalten die Leere. Die Vier- und auch Vielecke sind auf grobes Leinengewebe oder Wellpappe gemalt und der Leinwand aufgeleimt, ragen aus der Fläche so leicht heraus, als wirke eine stille Dynamik in ihnen. Alle Hektik kommt zur Ruhe, doch den Fluss hält sie nicht auf. Ganz anders wieder Objekte aus Blech, Don Quichotte zum Beispiel, immer in Vorwärtsbewegung, dem vermeintlichen Gegner entgegen.

Klaus Wingerter, ein Homburger Künstler aus Kleinbundenbach, gibt seinen Acrylbildern Namen: "Gleichgewicht" hängt etwas schief an der Wand, bringt man es ins Gleichgewicht, verharrt es darin. Dabei ist Blau leichter als Rot, Blau ist ja auch die Farbe des Geistes. "Umkreisung" zeigt Mond und Erde, "Kosmische Tropfen" wiegen schwer, fallen nieder und keimen, treiben aus. Und dass der Künstler klassische Musik liebt, besonders Barock, zeigen die "Vier Jahreszeiten", die sehr eigenwillig einen Gauloises rauchenden Franzosen zeigen. Daneben ein "Falter", der sich in schönsten Farben verbirgt. Wingerter experimentiert gern mit verschiedensten Materialien, kommt zu verblüffenden Ergebnissen. Er schafft auch Reliefbilder in Applikationstechnik, "mehrschichtig und zeitaufwendig mit Zellulosespachtel und Effektglasuren" gefertigt, teilweise mit echten Blattmetallen wie Gold, Silber, Kupfer, Messing und Aluminium belegt und punktuell mit Oxydationsmitteln weiterbehandelt. Eine Vielzahl von bunten Miniaturbildern ist für wenig Geld zu haben.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Oktober zu sehen, von Montag bis Donnerstag, 8.30 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16 Uhr, Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr, Donnerstag 16 bis 18 Uhr.