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Corona-Virus beschäftigt auch Tadano Demag und John Deere in Zweibrücken

Tadano Demag und John Deere leiten Vorsichtsmaßnahmen ein : Größte Firmen in Zweibrücken reagieren auf Coronavirus

Die beiden großen Unternehmen in Zweibrücken verhängen Reisesperren in Länder mit vielen Erkrankungen.

(eck/fri) Die Sorge vor dem Corona-Virus treibt auch die beiden großen Unternehmen in Zweibrücken um, Tadano Demag und John Deere  Beide reagieren mit präventiven Schritten, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung erklären.

„Wir haben Reiserestriktionen in Infektionsgebiete verhängt“, erklärt Frank Schättle, Personalchef bei Tadano Demag. Wo möglich, würden ferner Reisen verschoben. Auch im umgekehrten Fall, nämlich bei Besuchen aus Infektionsgebieten, reagiert der Kranbauer mit Vorsicht. „Wir versuchen, soweit möglich, Besuche aus diesen Ländern zu verschieben“, so Schättle weiter.

Ansonsten bereite das Virus Tadano Demag derzeit keine allzu ernsten Sorgen. „Wir haben bisher keine operationellen Einschränkungen“, sagt der Personal-Chef – „bisher läuft der Betrieb ganz normal weiter“.

Natürlich würden die Mitarbeiter zu besonderer Vorsicht aufgerufen, es werde auf Hygiene-Aspekte aufmerksam gemacht, wobei dies auch außerhalb solcher Viren-Krisen bei dem Kranbauer geschehe.

„Aber es wurden noch einmal zusätzliche Desinfektionsspender angebracht“, erklärt Schättle.

Gibt es derzeit Schwierigkeiten mit Lieferanten aus Infektionsgebieten? Er habe bislang noch nicht mitbekommen, dass Kooperationspartner und Lieferanten von Tadano Demag Probleme hätten, sagt Schättle.

Der Personal-Chef hat Verständnis für Forderungen aus der Wirtschaft, dass der Staat Unternehmen, die nun in schwieriges Fahrwasser gerieten, unterstützen solle. „Solch eine staatliche Hilfe für betroffene Unternehmen würden wir begrüßen – alleine schon, um Produktionsausfälle zu lindern“, merkt der Manager an.

Auch bei John Deere gilt erhöhte Vorsicht in Sachen Corona-Virus. „Wir unterhalten geschäftliche Kontakte zu China“, erklärt Ralf Lenge, Pressesprecher des Landmaschinenherstellers. Neben einigen direkten Zulieferern mit Sitz in China gebe es eine nicht unbedeutende Zahl an weiteren Zulieferern aus dem europäischen Raum.

Ob Lieferprobleme zu befürchten sind, sei momentan noch nicht final zu beantworten. Aufgrund der langen Lieferkette nach China habe das Unternehmen derzeit noch keine Probleme. Da diese aber kurzfristig unterbrochen werden können sei es durchaus möglich, dass es mit zeitlicher Verzögerung zu entsprechenden Lieferengpässen kommen kann.

Wesentlich kritischer sieht der Pressesprecher die Situation mit Zulieferteilen aus Italien, wohin John Deere deutlich engere Lieferbeziehungen unterhält und wo eine deutlich höhere Anzahl von Lieferanten ansässig sei. Italien habe in den betroffenen Regionen drastische Schutzmaßnahmen ergriffen und gerade in den Industriestandorten im Norden des Landes teilweise ganze Regionen unter Quarantäne gestellt, was sich dort massiv auf das Wirtschaftsleben auswirke.

Frank Schättle ist Personalchef bei Tadano. Foto: Volker Baumann

Auch John Deere habe auf die Situation reagiert und präventiv alle Geschäftsreisen in kritische Länder abgesagt. Gleiches gelte im umgekehrten Fall auch für externe Besucher und Lieferanten. Um die Gefahr einer direkten Ansteckung im Unternehmen zu minimieren arbeiteten Mitarbeiter, die in Risikogebieten waren, während der Inkubationszeit von zwei Wochen von Zuhause aus. Aktuell habe die Epidemie noch keine finanziellen Auswirkungen auf das Geschäft.