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Corona-Selbsttests starten an Schulen in Zweibrücken

Test-Strategie gegen Corona : Selbsttests an Schulen gestartet

Die Bereitschaft zur Teilnahme schwankt allerdings bisher von Klasse zu Klasse stark.

An den Zweibrücker Schulen haben die Schüler jetzt damit begonnen, Corona-Selbsttests anzuwenden. Vor den Osterferien hatte es Testungen mit Schnelltests gegeben, die vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) unterstützt wurden.

Besuch am Hofenfels-Gymnasium: Schulleiter Jörg Neurohr hat direkt vom Ministerium eine Lieferung von 1550 Selbsttests bekommen. Laut Vorgabe der Landesregierung soll jeder Schüler zweimal pro Woche getestet werden. Im Gegensatz zu den PoC-Tests (Point of Care), die dieses recht unangenehme Einführen des Wattestäbchens durch die Nase bis zur Gaumenwand mit sich bringen, verlangen die Selbsttests nur einen Nasenabstrich im vorderen Bereich. Zum heutigen offiziellen Start des Programms hat Neurohr bisher die positive Rückmeldung bekommen, dass der Ablauf in einer sechsten Klasse gut geklappt habe.

Die Bereitschaft zur Teilnahme sei allerdings unterschiedlich. Es gebe Lerngruppen, in denen deutlich mehr als die Hälfte bis fast alle daran teilnehmen, in anderen seien es weniger. „Das liegt zum Teil auch daran, dass die Einverständniserklärungen der Eltern noch nicht da sind.“

Im Erdkunde-Leistungskurs der zwölften Klassenstufe von Silke Weingart sind es von sieben Schülerinnen und Schülern drei, die sich nicht testen möchten. Einer erklärt, er wolle sich nur einmal im Monat statt zweimal pro Woche testen. Warum? „Ich habe gehört, dass der Stoff, der desinfiziert und auf den Wattestäbchen sitzt, krebserregend ist.“ Diese Information habe er aus dem Internet.

In der Tat kursieren dort solche Aussagen. Faktenchecks von Medien wie dem ZDF oder der Deutschen Presseagentur bringen Licht in dieses Dunkel. Ja, zum Desinfizieren der Stäbchen werde der Stoff Ethylenoxid verwendet und ja, dieser sei krebserregend. Allerdings werde beim Sterilisationsprozess sichergestellt, dass der Stoff am Ende nicht mehr nachweisbar ist. Das werde natürlich auch streng kontrolliert. Ethylenoxid wird außerdem seit Jahren sehr häufig zur Sterilisierung von medizinischen Geräten verwendet, ist also nichts Neues oder Unerprobtes.

Neurohr sagt dazu, er könne es persönlich nicht nachvollziehen, dass jemand nicht seinen Beitrag zum Infektionsschutz leisten wolle. Aber die Testungen seien nun eben freiwillig, und den Testverweigerern entstünden keinerlei Nachteile.

Der Kurs schaut sich ein sechsminütiges Demonstrationsvideo an über die Durchführung des Tests, dann geht’s los. In der Tat ist es nicht schwer, den Test anzuwenden: Nach dem Nasenabstrich wird das Stäbchen in eine Lösung getaucht und ausgedrückt. Die Mischung von Abstrich und Lösung wird anschließend auf ein Plastikkärtchen getropft, das nach 15 Minuten das Ergebnis anzeigt. „Je mehr man testet, desto besser ist die Rückmeldung über das Infektionsgeschehen“, meint Neurohr.

Der Schulleiter hofft, dass die Zahl der bereitwilligen Schülern noch steigt und dadurch „wirklich einen Beitrag zur Infektionsvermeidung liefert“. Vor Weihnachten habe es an der Schule einen positiven Fall gegeben, seit dem Beginn des Wechselunterrichts nur einen falsch positiven.

Wenn der Selbsttest positiv ausfällt, so sehen es die Bestimmungen vor, geht der Schüler nach hause oder wird abgeholt. „Oder die Eltern erklären sich bereit, dass gleich hier der PoC-Test gemacht werden darf.“ Denn ein positives Testergebnis mit dem Selbsttest ziehe zwangsläufig eine Kontrolle mit dem PoC-Test nach. Erst wenn dieser auch positiv ist, wird eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet und eine Meldung ans Gesundheitsamt gemacht. Die Eltern brauchen sich also nicht sorgen, dass ein einzelner positiver Test, der ja durchaus fehlerhaft sein kann, automatisch eine Quarantäne mit sich bringt.