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Corona-Inzidenz: Rote Laterne für Zweibrücken

Am Samstag wohl auch höchste Inzidenz Deutschlands : Zweibrücken: Traurige Spitzenplätze bei Corona-Zahl

Die im Bundesvergleich schon seit mehreren Tagen hohen Zweibrücker Corona-Fallzahlen sind am Freitag deutlich gestiegen. Von den sieben Neuinfektionen im Gesundheitsamtsbezirk Südwestpfalz waren alle in Zweibrücken.

Die Inzidenz (Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen je 100 000 Einwohner) ist damit von 43,9 am Donnerstag auf nun 61,4 gestiegen. Dieser Wert ist fast drei Mal so hoch wie die zweithöchste Inzidenz in Rheinland--Pfalz (Mainz 23,3) und fast viereinhalb Mal so hoch wie im rheinland-pfälzischen Durchschnitt (10,0). Noch viel niedriger sind die Inzidenzen sogar in den beiden anderen Gebieten unseres Gesundheitsamtsbezirks: 2,5 in Pirmasens und 0,0 im Landkreis Südwestpfalz. Landrätin Susanne Ganster (CDU) freute sich über die 0,0: „Die Bürgerinnen und Bürger haben mit ihrer Disziplin und Umsicht zu diesen hervorragenden Werten maßgeblich beigetragen. Mit den nun eintretenden Lockerungen können wir gemeinsam weiter aufatmen.“ Angesichts der Virus-Mutationen sei es „allerdings auch weiterhin wichtig, umsichtig zu sein“.

Die (für Corona-Regeln maßgeblichen) Zahlen des Robert-Koch-Instituts hinken denen aus den Bundesländern einen Tag hinterher. Bei den RKI-Inzidenzen hatte Zweibrücken am Freitag mit 43,9 deutschlandweit den zweithöchsten Wert hinter der Stadt Schweinfurt (52,4). Damit droht Zweibrücken mit 61,4 beim RKI am Samstag sogar auf den negativen Spitzenplatz zu steigen.

Am Freitag waren im Gesundheitsamtsbezirk Südwestpfalz 51 bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen aktiv, vier mehr als am Vortag. Von den Betroffenen leben in Zweibrücken 43 (+4), Pirmasens 4 sowie je 1 in den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland, Pirmasens-Land, Thaleischweiler-Wallhalben, und Zweibrücken-Land.

Trotz des Anstiegs (dessen Ursahen das Gesundheitsamt nicht erläuterte, zuletzt war aber von familiären Ansteckungen die Rede) drohen Zweibrücken aber zunächst keine verschärften Corona-Regeln. Im Gegenteil: Infolge in ganz Rheinland-Pfalz seit Freitag geltender Lockerungen dürfen auch in Gebieten wie Zweibrücken mit Inzidenz 50 bis 100 Freibäder wieder öffnen (wir berichteten). Außerdem sind infolgedessen, wie die Stadt am Freitag informierte, wieder private Veranstaltungen mit bis zu 25 Personen (in Räumen aber nur coronagetestet) erlaubt; ebenso dürften Freizeiteinrichtungen auch drinnen wieder öffnen (aber nur coronagetestet und mit Besucherbeschränkung).

Was tun bei Corona-Verdacht? Das Gesundheitsamt rät: umgehend Hausarzt/Hausärztin, Amts-Hotline (0 63 31) 809-750 (Mo-Fr 9-15 Uhr), die landesweite (0800) 99 00 400 (Mo-So 8-19 Uhr) oder die ärztliche Bereitschaftszentrale 116 117 anrufen.