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Corona-Impfungen: Wie der Impfstoff in die Heime kommt

Corona-Impfungen in Zweibrücken : Wie der Impfstoff in die Heime kommt

Die Senioreneinrichtungen stehen mit im Fokus der Impfkampagne: Ein Blick hinter die Kulissen.

Mittwochmittag pünktlich um 12 Uhr begannen die Corona-Impfungen auch im neu eröffneten Haus Kana. Was am Ende ein kleiner Pieks am Patienten ist, braucht vor allem Eines: gute Vorbereitung.

Der Weg des Impfstoffes beginnt auch für die Zweibrücker Seniorenhäuser im Landesimpfzentrum im ehemaligen City-Outlet in der Innenstadt. Das Landesimpfzentrum selbst ist für die Impfung der Häuser nicht zuständig. Es übernimmt in Abstimmung mit den mobilen Impfteams des DRK, die für die Impfung in den Häusern zuständig sind, die Bestellung des Impfstoffes, stellt das Material und einen Apotheker, der den Einsatz begleitet.

Eine Stunde vor Impfbeginn fand sich das Team daher im Landesimpfzentrum zusammen. Der lebenswichtige Impfstoff befand sich da bereits seit einem Tag in der Kühlung vor Ort. Zwischen zwei und acht Grad beträgt die Lagertemperatur. Somit ist der Impfstoff etwa fünf Tage haltbar. In einer Kühlbox mit eingelegten Kühlakkus waren die vier Ampullen für Haus Kana bereits vorbereitet. In dieser Kühlbox, die optisch ganz unspektakulär an den Pizzakarton erinnert, beträgt die mögliche Lagerdauer noch zwölf Stunden. In dieser Zeitspanne muss der Impfstoff schließlich verimpft werden, damit er nicht verfällt. Sollten sich übrige Impfdosen ergeben, beispielsweise, wenn ein eingeplanter Bewohner kurzfristig nicht mehr im Haus lebt, können andere Menschen aus Prioritätsstufe 1 damit geimpft werden. „Es ist noch nicht passiert, dass wir eine Dosis weggeschmissen haben“, räumt Impfzentrum-Koordinator Matthias Freyler mit einer Sorge aus der Bevölkerung auf.

Dann heißt es Kühltasche nehmen und losziehen. An diesem Tag kümmert sich Marcus Spies um den sicheren Transport, begleitet vom Impfteam-Teamleiter Jan-Hendrik Prager , der gemeinsam mit Apotheker Peter Kalsch immer mindestens eine halbe Stunde vor Impfbeginn vor Ort ist.

Dann wird gemeinsam geprüft: Sind alle Unterlagen bereit? Gibt es etwas zu beachten? Wird in der Impfstraße oder in den Zimmern geimpft? – und einiges mehr. Damit alle Unterlagen überhaupt bereitstehen können, waren Ärzte bereits vorab vor Ort, um sich jeden einzelnen Patienten anzusehen.

Während das Impfteam im Tagespflegeraum von Haus Kana die Impfstraße mit Material einrichtet, macht sich Apotheker Peter Kalsch in einem Nebenraum an das Aufziehen der einzelnen Spritzen. „Das Problem ist, dass der Impfstoff sehr empfindlich ist“, erklärt er. Das betrifft sowohl die Kühlung als auch mögliche Erschütterungen. Zum Impfserum gibt er 1,8 Milliliter Kochsalzlösung, vermischt werden darf nur mit sanften Bewegungen. Würde er schütteln, wäre der Impfstoff hinüber. Dann werden genau sechs Dosen aus einer Impfstoffampule aufgezogen. Nach dem Aufziehen wird jede einzelne Spritze noch einmal kontrolliert. Und dann, endlich, darf gespritzt werden.