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Corona-Impfstoff ist knapper als von Rheinland-Pfalz kalkuliert

Impfstoff wird knapp: Rheinland-Pfalz sagt alle Erstimpfungen in Impfzentren bis 16. Februar ab : Auch 170 Zweibrücker Impfungen werden drei Wochen verschoben

Weil Rheinland-Pfalz mit mehr Impfstoff-Ampullen gerechnet hatte, müssen ab Mittwoch alle bereits vereinbarten Erstimpfungen für drei Wochen abgesagt werden.

Weil Biontech/Pfizer weniger Corona-Impfstoffampullen liefern kann als vom Land einkalkuliert, werden ab Mittwoch die geplanten Erstimpfungen in den rheinland-pfälzischen Impfzentren um jeweils drei Wochen verschoben. Sie finden dann ab 17. Februar statt, teilte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Freitag mit. Alle betroffenen Impfkandidaten würden per E-Mail oder Post unterrichtet. Die Ministerin bekräftigte, dass alle Menschen, die bereits eine Erstimpfung bekommen haben, auch eine Zweitimpfung erhalten. Diese gilt als wichtig für eine effektive Schutzwirkung.

In den Alten- und Pflegeeinrichtungen soll die Impfkampagne wie geplant fortgesetzt werden.

Bislang wurden in Rheinland-Pfalz rund 116 000 Menschen geimpft. Mit der Impfquote von 2,6 Prozent liege Rheinland-Pfalz deutlich über dem Bundesdurchschnitt und seit Tagen konstant auf einem der Spitzenplätze, so die Ministerin.

Im Landesimpfzentrum Zweibrücken müssen 170 bereits zugesagte Termine verschoben werden, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) auf Merkur-Anfrage. Dies sei verglichen mit anderen Kommunen eine relativ kleine Zahl, weil in Zweibrücken schon sehr viele Berechtigte früh ihre Erstimpfung erhalten hätten – und aktuell vor allem Zweitimpfungen terminiert seien. Wosnitza: „Von daher trifft uns die Absage nicht ganz so hart – aber es ist natürlich bitter für jeden Einzelnen.“ Derzeit sind über 80-Jährige und einzelne andere Risikogruppen impfberechtigt.

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler kündigte an, vom Bund die zugesagte Verlässlichkeit bei den Impfstoff-Lieferungen einzufordern. Impfkoordinator Alexander Wilhelm (SPD) erklärte, Rheinland-Pfalz habe frühzeitig mit sechs statt fünf Dosen pro Ampulle geplant, als klar gewesen sei, dass dies möglich sei. Dieser Überschuss von 20 Prozent sei zu der Menge der angekündigten Lieferungen von jeweils 34 125 Dosen hinzugerechnet worden und auf dieser Kalkulation seien die Termine vergeben worden. Wenn es nun aber bei der Lieferung von letztlich 34 125 Dosen bleibe, die Zahl der Ampullen dabei aber gesenkt werde (die Verträge mit den Unternehmen beruhen nicht auf Ampullen- sondern Impfdosen-Zahlen, Anm. d. Red.), dann fehle der einkalkulierte Überschuss und die Zahl der Dosen gehe von 40 950 wieder auf 34 125 zurück.

Am vergangenen Montag erhielt Rheinland-Pfalz laut Wilhelm wie geplant rund 40 000 Impfdosen von Biontech/Pfizer. Bis zum 15. Februar sollen noch 134 000 Dosen geliefert werden. Leider reiche der Planungshorizont bisher nicht über diesen Termin hinaus, sagte Wilhelm. Vom Hersteller Moderna habe das Bundesland bislang 8400 Impfdosen erhalten, bis Ende Februar wird mit 44 000 weiteren gerechnet.