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Corona am Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken

Corona in Zweibrücker Schulen : Ab heute dürfen alle wieder zur Schule – wochenweise

Endlich sind die Klassenzimmer und Räume für die rund 1000 Schülerinnen und Schüler des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasiums wieder für den Schulunterricht geöffnet. Seit dem 4. Mai dürfen im wöchentlichen Wechsel die 200 Schüler der 10er bis 12er Klassen wieder im Live-Unterricht sich auf Prüfungen und Abitur (12er-Klassen) vorbereiten.

Nach wochenlangen Digital-Unterricht zu Hause konnten nun auch am 25. Mai die 5er- und 6er-Klassen wieder in die Schule kommen. Am 8. Juni folgen die nächsten Klassenstufen 7 bis 9.

 Corona-Krisenbedingt waren Schulen seit dem 16. März geschlossen. ,,Für unsere Lehrkräfte gab es aber keine Pause“, betont die Schulleiterin des Helmholtz-Gymnasiums Kerstin Kiehm. Es gab viel hinter den Kulissen vorzubereiten, um den möglichst reibungslosen Ablauf des ,,Heimunterrichts in Digitalform“ umzusetzen. Zahlreiche Videokonferenzen fanden statt. Kiehm: ,,Das Helmholtzgymnasium ist digitalmäßig sehr gut ausgerüstet. Dies gilt sowohl Ausrüstungsmäßig, als auch vom fachlichen Bereich unserer Lehrkräfte.“

 Als die Behörden die Öffnung der Schule unter bestimmten Hygienmaßnahmen wieder ermöglichten, waren Schulleitung und auch Elternbeirat sowie der Hausmeister zur Stelle. Kiehm: ,,Da galt es, eine Menge an Vorgaben umzusetzen.“

Unübersehrbar sind beim Eintritt in das Schulgebäude viele große Pfeile auf dem Boden als Markierung. Es gibt getrennte Ein- und Ausgänge, um die Abstandsregelung besser einhalten zu können. Die genannten Pfeile sind für eine Art „Einbahnstraßenregelung“ zu beachten.

In den Klassensälen wurden Tische entfernt, um die restlichen Tische im Abstand von 1,50 Metern zu platzieren. Nur noch ein Schüler darf an einem Tisch sitzen. Viele zusätliche Seifen- und Desinfektionsmittel-Behälter wurden nicht nur auf den Toiletten aufgestellt und verteilt. Kerstin Kiehm: „Wir haben einige Räume, die wir zusätzlich für bestimmte Fächer haben zu Klassenräume umfunktioniert.“ Wochenweise wird jeweils eine Hälfte eines Jahresgangs die Schule besuchen, während die andere Hälfte zu Hause im Heimunteerricht ist. Nach einer Woche bleiben die „Schulgänger“ dann zu Hause. So wird dann bis zu den Sommerferien wöchentlich gewechselt.

Kerstin Kiehm: „Am letzten Schultag vor den Ferien sollen sich aber alle Schüler eines Jahrgangs im Gymnasium treffen, auch für die Zeugnisausgabe.“ Und dies alles mit dem notwendigen Zwei-Meter-Abstand.

 „Wir haben viel Platz auf unserem Schulhof. Gruppenbildung ist hier nicht erlaubt. Bisher haben die Schülerinnen und Schüler die Vorgaben sehr gut eingehalten“, freut sich die Schulleiterin. Alles sei halt auch ungewohnt für die Kinder und Jugendlichen. „Weil wir nach und nach die Schule für die einzelnen Klassenstufen öffnen, stehen wir jeweils immer vor einem Neustart.“ So auch am 25. Mai , als die 5er- und 6er-Klassen den Unterricht vor Ort aufnahmen. Es galt auch für diese Schüler die Pflicht, Mund- und Nasenschutz beim Betreten des Schulgeländes und des Gebäudes zu tragen. Dazu muss der Abstand von zwei Metern eingehalten werden. Vor dem Betreten des Saales muss man sich die Hände waschen. Dies gilt auch beim möglichen Wechsel von einer Klasse zur nächsten.

Erst beim Platznehmen darf der Mundschutz abgenommen werden. Dies gilt für alle Beschäftigte der Schule und selbstverständlich auch für die Lehrer, die dann vor der Klasse stehend ohne Mundschutz den Unterricht halten dürfen. Wenn sie aber am Tisch einem Schüler etwas zeigen oder erklären wollen, ist dann wieder der Schutz vor dem Mund und Nase notwendig.

 „Das ist schon alles nicht so einfach“, meint die elfjährige Leonie aus der 5a. „Abstandshaltung ok, das geht, aber das Atmen durch den Schutz ist schon schwierig.“ Aber auch sie freute sich, dass sie endlich, wenn auch nur einen Teil, ihrer Klassenkameraden und Klassenkameradinnen wiedersehen konnten. So gab es auch ein Wiedersehen mit Simon. „Ganz ungewöhnlich ist das schon, durch so einen Schutz zu atmen.“ Zumindest auf seinem Sitz im Klassenzimmer konnte er ihn abnehmen.

 Schon seit dem 4. Mai kennt Jamie-Lee Schäfer diese Maßnahmen. Die 17-jährige Schülerin der Klassenstufe 12 mit den Leistungskursen Deutsch, Englisch und Biologie steht kurz vor den Abiturprüfungen. „Positiv, dass wir vor dem Schriftlichen und Mündlichen nochmals in die Schule kommen dürfen.“ Gruppenarbeiten müssen zwar weiter entfallen, aber der Live-Unterricht sei auch für sie wichtig.