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City Festival ohne Baustellenlärm

City Festival ohne Baustellenlärm

Die Treppe am Herzogplatz wird erst kurz nach der Musikveranstaltung Ende August gebaut. Das Musikevent mit Roger Hodgson, Adel Tawil und einem weiteren Top-Act hat jetzt auch einen Namen bekommen: „City Festival Zweibrücken“.

Ex-„Ich+Ich“-Sänger präsentiert in der Rosenstadt seine eigenen Lieder. Foto: Olaf Heine/PR Foto: Olaf Heine/PR

Wenn Ende August die Musikstars auf dem Zweibrücker Herzogplatz auftreten, wird das nicht durch Bauarbeiten für die "Stadt am Wasser"-Treppe getrübt. Der Spatenstich mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken sei erst kurz darauf, Anfang September, geplant, die Treppe solle im Oktober fertig sein, erklärt Stadtsprecher Heinz Braun auf Merkur-Anfrage. So kann der Musikgenuss vom Donnerstag, 27. August, bis Samstag, 29. August, unbeschwert über die Bühne gehen.

Während der Künstler für den dritten Tag noch nicht feststeht, ist der Name nun gesetzt: "City Festival Zweibrücken ". Auf dem Herzogplatz wird am ersten Tag Roger Hodgson auftreten, tags drauf Adel Tawil (wir berichteten).

Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass wieder Künstler dieser Preisklasse unter Freiluft in Zweibrücken Station machen. Zuletzt hatte nach einer ewigen Durststrecke 2010 die Deutsch-Pop-Formation Revolverheld in der Rosenstadt einen Zwischenstopp eingelegt. Entsprechend positiv bewertet Kulturamtschef Thilo Huble das bevorstehende Ereignis: "Wir begrüßen das, sind sehr an einem gelungenen Start interessiert und stehen einer langfristigen Weiterführung nicht im Wege."

Ein finanzielles Risiko trägt die Stadt nicht, weil die Konzerte vom Veranstalter-Trio Markus Sollner (Tri-Event), Lulu Castell (Castell-Eventservice) und Dieter Isenberg (Gig-Concerts) gestemmt werden. Die Drei sind auch verantwortlich für den Inhalt, so Huble: "Wir stehen mit ihnen in engem Kontakt und geben unsere größtmögliche Unterstützung im Rahmen unserer Möglichkeiten." So stelle die Stadt etwa den Herzogplatz gratis zur Verfügung, helfe bei den Absperrungen und bereite administrative Dinge vor. Für die Werbung wolle man Großflächen bereitstellen. "Wir sind auch in Gesprächen wegen plakativer Werbemaßnahmen, um die Leute aus einem möglichst großen Einzugsbereich anzusprechen", kündigt Huble an.

Wie kam es überhaupt zu der Idee für die Freiluft-Konzerte? Thilo Huble erinnert an 1998, als er zusammen mit der "Roland Schneider Konzertagentur" auf dem Flugplatz einen umjubelten Auftritt der deutschen Popgruppe Pur organisiert hatte, bei dem 30 000 Besucher gezählt wurden. Huble: "Seitdem gab es immer die Überlegung, in der Zweibrücker Innenstadt Richtung Rennwiese oder auf dem Herzogplatz ein unbestuhltes Open-Air mit 3000 bis 5000 Besuchern zu veranstalten."

Künstler, die so viele Leute anlocken, seien aber nicht zum Nulltarif zu bekommen. Das Kultur- und Verkehrsamt habe daher mit Agenturen gesprochen, die das wirtschaftliche Risiko mittragen. Wenn diese mehrere Konzerte mit einem Künstler durchführen, rechne sich das betriebswirtschaftlich eher, als wenn eine Stadt einen Einzelauftritt organisiere.

Markus Sollner kennt Huble aus dessen Tätigkeit bei einer anderen Agentur - gemeinsam habe man in Zweibrücken Shows von Jethro Tull , Manfred Mann oder Nazareth gestemmt. Ein Auftritt von Deep Purple sei angedacht gewesen, habe sich aber aus Geldgründen nicht realisieren lassen. Huble: "Dann hatten wir das Thema Open-Air zwei Jahre lang nicht vertieft - und dann kam Roger Hodgson." Ex-Supertramp-Sänger Roger Hodgson macht am 27. August (Einlass 18 Uhr) mit seinen Hits wie "It's raining again" oder "Breakfast in America" den Anfang. Einen Tag danach, am 28. August, steht dann Adel Tawil (Einlass 18 Uhr) auf der Herzogplatz-Bühne. Er war als ehemaliges Mitglied einer Boyband am Boden zerstört und zusammen mit Annette Humpe bei "Ich + Ich" ganz weit oben: Außer drei Millionen verkaufter Platten gab es für ihn diverse Auszeichnungen, etwa mehrere Echos. In Zweibrücken präsentiert Adel Tawil sein Debütalbum "Lieder" auf einer gleichnamigen Open-Air-Tour, die just am 9. Mai begonnen hat. Tawil, seit 18 Jahren im Geschäft, arbeitete seit 2012 an dem Solo-Album. So lange ist der letzte "Ich + Ich"-Auftritt her. Er fühle weder die Verpflichtung, sich künstlich von seiner alten Band abzuheben, noch die erfolgreiche Rezeptur zu kopieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzert-Veranstalters. Dieser charakterisiert "Lieder" als moderner, basslastiger und urbaner als die früheren Werke. Inhaltlich wird die Platte beschrieben als "Querschnitt aus Adels Leben". Im bereits 2013 ausgekoppelten Titelsong beschreibt Tawil sein gesamtes Leben anhand von Künstlern und Songtexten, die ihn geprägt haben. Immer wieder schneide Tawil aber auch große gesellschaftliche Themen an und präsentiere seine Vorstellung eines anderen Lebens, mit einem anderen Miteinander. Auch auf den einen oder anderen Song von "Ich + Ich" können die Fans laut Veranstalter hoffen.

Karten für das Konzert am 28. August, 19.30 Uhr, von Adel Tawil gibt es im Vorverkauf für 44,95 Euro unter anderem beim Pfälzischen Merkur, Hauptstraße 66, www.merkur-kartenvorverkauf.de . Dort gibt es auch Karten für das bestuhlte Konzert von Roger Hodgson am 27. August, 19.30 Uhr, und zwar für 53,95 bis 66,95 Euro.