Nach Corona und Umbau : Die Zweibrücker haben ihr Kino zurück

Am Mittwoch hat sich im Cinema Europa nach langer Pause endlich wieder der Vorhang geöffnet.

Das war ganz schön knapp. Bis 13.30 Uhr am Mittwochnachmittag sah es so aus, als könne das Cinema Europa die geplante Eröffnung um 17 Uhr vergessen. Ein Desaster wäre das gewesen, und die Nerven der Kinoinhaberin Annette Schwarz lagen verständlicherweise blank. „Die digitale DCP-Filmkopie von „Dune“, die wir vergangene Woche bekommen haben, war defekt und der angeforderte Ersatz ließ auf sich warten. Lange wussten wir nicht, ob wir überall spielen können. Doch kurz nach 14.30 Uhr war die Datei dann endlich da. Jetzt sind wir alle wieder entspannt“, erzählt Annette Schwarz eine Stunde vor Beginn der Vorstellung.

Die 62-Jährige ist überglücklich, dass es endlich wieder losgeht. „Wir haben die vergangenen Monate des Lockdowns genutzt und unser Kino umfassend saniert. Es ist so schön geworden“, findet sie. „Den Gästen wird es gefallen, unsere vier Kinosäle sind nämlich wirklich toll geworden“, schwärmt Schwarz.

„Walnussfarbene Vinylböden ersetzen die Teppichböden, die Sessel wurden durch schönere und deutlich bequemere in den Farben dunkelblau und bordeauxrot ersetzt. Wir haben hier und da sogar Doppelsitze integriert, für Elternteile mit Kind oder Paare“, verrät Schwarz. Neu ist darüber hinaus ein verlängerter Treppenaufgang bis zur Loge in Kino zwei, Kino zwei und vier verfügen über einen zweiten Gang an der hinteren Seite. „Für das Plus an Komfort mussten wir in allen vier Sälen auf insgesamt 114 Plätze verzichten, aber das war es uns wert“, betont die Kinoinhaberin.

Gelungen sind im Übrigen auch die neuen Trockenbauwände vor dem Logenbereich, die im Gegensatz zu den früheren Geländern für eine besser Atmosphäre sorgen. Auch im Foyer gibt es keine Teppiche mehr, sondern ebenfalls die pflegeleichten Vinylböden in Holzoptik. „Teppiche sind nicht mehr zeitgemäß, das kann man schon aus Hygienegründen nicht machen“, erklärt Schwarz. Neben dem neuen Boden erstrahlt das Foyer außerdem in neuen Farben. „Die Fliesenarbeiten im Küchenbereich sowie den Anstrich haben wir in Eigenleistung gestemmt. Für die Böden haben wir eine Firma beauftragt“, erklärt Schwarz. Der Toilettenbereich wurde mit neuen Böden und Türen aufgefrischt.

Am Ende habe alles etwas länger gedauert, als geplant, auch weil es zu Lieferproblemen gekommen sei. „Bauen ist ohnehin so eine Sache. Doch in Coronazeiten wird es erst richtig interessant“, weiß Schwarz jetzt aus eigener Erfahrung.

Mit einem kleineren Kinoprogramm möchte Annette Schwarz nun erst mal starten. Neben „Dune“ sind das „SAW: Spiral“, „Shang-Chi and the legend of the ten rings“, „Paw Petrol“ – der Kinofilm und „Wickie und die starken Männer – das magische Schwert“. „Ich muss ja in den Kinosälen aufgrund der erforderlichen Abstände eine Schachbrettbelegung gewährleisten. Deshalb lasse ich einen Kinosaal frei, um hier bei stärkerer Nachfrage Ausweichmöglichkeiten zu haben. Ich möchte so wenig Leute wie nötig abweisen müssen“, erklärt die Zweibrückerin.

Am 30. September startet dann der neue James Bond Film, am 5. November der Marvel-Film „Eternals“ und im Dezember kommt der neue „Matrix“ in die Kinos. „Blockbuster und Filme, die fürs Kino gemacht sind, werden auch in Zukunft den Weg in die Kinos finden“, ist Annette Schwarz überzeugt. „Sicher wird auch für die Streaming-Dienste produziert, aber die Filmbranche braucht die Kinos, weil nur hier richtig Geld zu verdienen ist“, weiß die Kinobetreiberin.

Aktuell sei sie noch auf der Suche nach weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Uns geht es wie der Gastronomie, wir haben Personalprobleme, 50 Prozent der Leute sind weg, wir müssen ein neues Team aufbauen, es ist schon eine Herausforderung.“ Neue Mitarbeiter werden gesucht, „aber nur Geimpfte“, betont die Chefin.

Für die Kinobesucher gilt: 3G-Regel: Geimpft, genesen oder getestet. Stuhlbesetzung nach der Schachbrettbelegung: Neben jedem Sitzplatz (oder nach zusammen gekauften Plätzen bei einer Gruppe) muss ein Platz in jeder Richtung freibleiben. Karten können online und vor Ort an der Kasse gekauft werden. Das Plätzefreihalten übernimmt das Kartensystem automatisch. Einloggen am Eingang mit der Luca-App einloggen oder Anwesenheitszettel ausfüllen. Die Kartenpreise wurden leicht erhöht: erste Vorstellung am Tag 8,50 Euro (bis elf Jahre sieben Euro), zweite Vorstellung neun Euro (7,50 Euro), Hauptvorstellung zehn Euro, Loge elf Euro.

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