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Christina Rauch (CDU) aus Zweibrücken kandidiert erneut für den Bezirkstag.

Bezirkstag Pfalz : Die Gedenkarbeit ist ihr ein zentrales Anliegen

Christina Rauch (CDU) sitzt als Vertreterin der Region Zweibrücken im Bezirkstag. Fördermittel sind für sie ebenfalls wichtiger Aspekt.

Wie sag ich’s meinem Wähler? Freundlich lächelt Christina Rauch derzeit von Wahlplakaten in der Stadt, auf denen sie ihre Kandidatur für den Bezirkstag erklärt. Und manch ein Passant bleibt vor dem Plakat stehen und kratzt sich verwundert am Kopf ob des Begriffs „Bezirkstag“.

Rauch kann das nachvollziehen. Dabei reichen die Wurzeln des Bezirkstags tief, sie stammen aus der Zeit der französischen Besatzung unter Napoleon, als den Menschen in der Pfalz ein Instrument zur regionalen Selbstverwaltung (wenn auch in nur bescheidenem Umfang) an die Hand gegeben wurde; als 1816 die Pfalz politisch zu Bayern kam, wurde dieses Element der Basis-Demokratie beibehalten. Im Laufe der Zeit stabilisierte sich dieses und wurde zum Bezirksverband mit dem Bezirkstag, dem politischen Entscheidungsgremium.

Rauch, die hauptberuflich am Hofenfels-Gymnasium Geschichte, Deutsch und Ethik unterrichtet und sich politisch als CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat engagiert, wurde bei den Kommunalwahlen 2014 erstmals in den Bezirkstag gewählt. „Ich bin die einzige Vertreterin der Region Zweibrücken im Bezirkstag“ sagt Rauch. Am Wahlabend des 26. Mai dürfte die 37-Jährige ihren Sitz im Bezirkstag behauptet haben. Die Wahl zum Bezirkstag ist eine Listenwahl, Rauch steht hier auf Platz 4, da bei der Bezirkstags-Wahl nicht, wie bei der Zusammensetzung des Stadtrates, kumuliert und panaschiert wird, wird Rauch mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Sitz in dem Gremium behalten.

Und was hat sie in den vergangenen fünf Jahren dort gemacht?

„Die Gedenkarbeit ist mir ein zentrales Anliegen“, sagt Rauch. So erinnere der Bezirksverband an die jüdischen Wurzeln in der Pfalz, es habe unter anderem Gedenkfahrten nach Gurs, Jerusalem und Amsterdam für Jugendliche gegeben, an deren Organisation sich Rauch beteiligte. Sie nennt diese Veranstaltungen „Höhepunkte meiner Tätigkeit im Bezirkstag“, ebenso wie Veranstaltungen rund um das Hambacher Schloß, die die Werte der Demokratie vermitteln sollen.

Aber natürlich ist auch im Bezirkstag die Frage des Geldes eine nicht unwichtige und so ist für die Zweibrückerin „die Generierung von Fördergeldern für Zweibrücken und das Umland“ ein zentraler Aspekt.

Die Mitglieder im Bezirkstag (neben Zweibrücken sieben weitere kreisfreie Städte sowie acht Landkreise, darunter der Kreis Südwestpfalz) finanzieren den Bezirksverband mit seinen Einrichtungen über eine Umlage, die unter anderem an der Steuerkraft festgemacht wird. Zweibrücken zahlt laut Rauch in diesem Jahr 518 000 Euro (ebenso wie 2018; 2017 waren es 441 000 Euro). Kein Pappenstiel, daher gab es wiederholt Kritik im Stadtrat, Zweibrücken zahle viel, erhalte aber nur wenig. Dass der Bezirkstag entschieden hat, für den baulichen Erhalt des Landgestüts jährlich 80 000 Euro zu zahlen, sieht Rauch auch als einen Erfolg ihrer Arbeit an. Es dürfe aber nicht nur gemessen werden, was an Geld direkt in die Rosenstadt fließe, die Einrichtungen und Beteiligungen des Bezirksverbands, etwa das Pfalztheater in Kaiserslautern, das Dynamikum in Pirmasens oder das Historama in Hornbach, würden auch von Zweibrückern gerne genutzt.