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Bundeswehr-Transall am Flugplatz Zweibrücken wird zu Ferienhaus umgerüstet

Flugbegeisterter erfüllt sich seinen Traum : Transall am Flugplatz Zweibrücken wird zur Touristen-Attraktion

Ein Flugbegeisterter aus dem Hunsrück kauft eine Transall der Bundeswehr und baut sie auf dem Flugplatz Zweibrücken zu einem Ferienhaus um. Der „Engel der Lüfte“ soll dabei zeitweise aber auch einem anderen Zweck dienen.

Wer schon als Kind eine Leidenschaft für Flugzeuge hat, wird entweder Pilot, Flugzeugbauer – oder wie jetzt in einem Fall in Zweibrücken Besitzer eines Flugzeug-Ferienhauses. Dominik Weil, Reiseverkehrskaufmann aus Stromberg (Landkreis Bad Kreuznach), erfüllt sich derzeit diesen ganz besonderen Traum.

Gemeinsam mit seinen früheren Luftwaffenkameraden Dominic Jung und Michael Busch hat Weil ein weltweit einzigartiges Projekt entwickelt: „Trallotel“.

„Die Idee dazu hatten wir 2013 im Zug auf der Rückfahrt von Wittmund, wo ein Jagdbomber des Typs F-4F Phantom II aus der deutschen Luftwaffe verabschiedet wurde. Normalerweise werden die Flugzeuge verschrottet. Manche landen auch im Museum oder werden für Filmzwecke erworben“, erzählt Dominik Weil. „Als Reiseverkehrskaufmann kam mir der Gedanke, ein ausgesondertes Flugzeug zu kaufen und zum Ferienhaus umzubauen. Meine Freunde waren Feuer und Flamme uns so war schnell klar, dass wir es versuchen werden.“

 Dominik Weil mit einem Modell seiner Transall beim Zweibrücker Flugplatz-Betreiber Triwo.
Dominik Weil mit einem Modell seiner Transall beim Zweibrücker Flugplatz-Betreiber Triwo. Foto: Elisabeth Heil

Die Jahre vergingen und der Traum blieb am Leben, auch wenn das Projekt immer wieder zu scheitern drohte. „Die Zusage von der Treuhandgesellschaft VEBEG, die sich um den Verkauf ausrangierter Rüstungsgüter kümmert, hatte ich bereits 2014 erhalten. Problematisch wurde es, einen geeigneten Standort zu finden. Den dachte ich, zuletzt mit dem Flugplatz Langenlonsheim (Landkreis Bad Kreuznach, Anm. d. Red.) auch gefunden zu haben. Doch die Landebahn ist zu kurz, um eine Transall C-160 mit einer Länge von 32 Metern und einer Spannweite von 40 Metern sicher zu landen, wie mir die Bundeswehr leider Anfang des Jahres mitteilte.“

Doch ein Plan B war schnell geschmiedet: Als Alternative bot sich der Flugplatz Zweibrücken an, der wie Langenlonsheim ebenfalls im Besitz der Trierer Triwo AG ist und wo die „Trall“ bei Bundeswehr-Übungen in der Vergangenheit schon häufiger zu Gast war.

Am kommenden Dienstag, 7. Dezember, wird Dirk Weils Transall, die er für 50 079 Euro gekauft hat, auf dem Flugplatz Zweibrücken landen und dort ihren finalen Standort erhalten. In der Brüsseler Straße in unmittelbarer Nähe der Landebahn.

 Das Logo der weltweit ersten „Trallotel“-Ferienwohnung ist bereits entworfen. Bis zur Eröffnung dauert es aber noch einige Zeit.
Das Logo der weltweit ersten „Trallotel“-Ferienwohnung ist bereits entworfen. Bis zur Eröffnung dauert es aber noch einige Zeit. Foto: Trallotel

Bislang war die Transall noch im aktiven Einsatz beim Lufttransportgeschwader 63 im schleswig-holsteinischen Hohn. „Wegen ihrer zahlreichen Hilfsflüge insbesondere in Afrika, die abertausenden Menschen Gutes getan hat, bekam sie den Beinamen ,Engel der Lüfte’. Diese Tradition möchte ich auch in ihrem zweiten Leben als Ferienhaus beinbehalten“, betont Weil. „So werde ich zum Beispiel Familien im Rahmen der Initiative „Hilfe für Bundeswehrkinder in Not“ sowie 100 Corona-Helden einen Erlebnisaufenthalt in meiner Transall ermöglichen.“

In den kommenden Monaten wird die Transall noch dem Triwo-Flugplatz Zweibrücken für Veranstaltungen zu Verfügung stehen. Im September 2022 dann soll der Umbau beginnen, für den Dominik Weil Firmen aus Zweibrücken und der Region beauftragen wird. Ab 2023 dann kann jeder das Trallotel für Kurzurlaube buchen – ein 54 Quadratmeter großes Ferienhaus für vier bis sechs Personen inklusive dem Original-Cockpit, einem Flugsimulator und allen Annehmlichkeiten, die ein Ferienhaus so bietet.

Auch der Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) ist begeistert über die Transall-Ferienwohnung: „Ich freue mich sehr, dass dieses besondere Projekt in Zweibrücken realisiert wird. Zweibrücken ist mit seiner langen Geschichte aus Luftwaffe, US- und Canadian Air Force ein sehr gut gewählter Standort für das Trallotel und eine absolute Bereicherung für den Tourismusstandort.“

UPDATE: Interessierte Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, live dabei zu sein. Für sie ist Toröffnung um 9 Uhr. Sie parken auf dem Parkplatz P3 des Triwo-Flugplatz Zweibrücken (Berliner Allee). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es werden aber coronabedingte Einlasskontrollen durchgeführt. „Da aufgrund der kurzfristig geänderten Regularien die definitiv anzuwendenden Regeln noch nicht feststehen, sollen sich die Besucher bitte auf alle möglichen G-Versionen einstellen und ihre Impfdokumente, Testnachweise und medizinischen Mund-Nasen-Schutz dabeihaben“, betont Dominik Weil. Eine erste Transall, die Soldaten an Bord hat, um die erworbene Transall von Dominik Weil zu demilitarisieren, landet gegen 10 Uhr, die zweite etwa eine Stunde später. Ein kontrollierter Zugang zum Vorfeld ist möglich, auch fotografieren ist erlaubt. Für Verpflegung, heiße und kalte Getränke, Toiletten und Souvenirs, deren Verkaufserlös an die Initiative „Bundeswehrkinder in Not“ fließt, ist gesorgt. Weitere Infos: www.flugzeugforum.de/threads/trallotel-r-die-legende-lebt-weiter.98854/. Hier werden auch kurzfristige Änderungen, etwa aufgrund schlechten Wetters, bekannt gegeben. Die künftige Ferienwohnung hat auch schon eine Homepage: www.trallotel.de.