Auf Zweibrücker Haus Kana Solaranlage installieren Gemeinsam für die Bürger unserer Region etwas Gutes tun

Zweibrücken · Die Bürger-Energiegenossenschaft Südwestpfalz/Saarpfalz (BEG) hat in Zusammenarbeit mit der Diakonie und der Herzog-Wolfgang-Stiftung ihr erstes Projekt an den Start gebracht: Auf dem Dach von Haus Kana in Zweibrücken wird eine Solaranlage installiert.

Auf dem Dach der Zweibrücker Pflegeeinrichtung Haus Kana (Hintergrund) installiert die BEG eine Solaranlage. Zur Einweihung gab es Sonnenblumen für alle Beteiligten. Von links: Stefanie Eyrisch (Öffentlichkeitsarbeit Diakonie), Stefan Paul (Vorstand BEG), Stephan Neuner (Connect Solar), Gerda Huber (Geschäftsführerin der Herzog-Wolfgang-Stiftung), Stefan Höhn (Vorstand Diakonie), Carsten Steuer (Vorstand Diakonie), Thomas-Erno Weidner (Vorstand BEG), Jens Kuhn (Vorstand BEG).

Auf dem Dach der Zweibrücker Pflegeeinrichtung Haus Kana (Hintergrund) installiert die BEG eine Solaranlage. Zur Einweihung gab es Sonnenblumen für alle Beteiligten. Von links: Stefanie Eyrisch (Öffentlichkeitsarbeit Diakonie), Stefan Paul (Vorstand BEG), Stephan Neuner (Connect Solar), Gerda Huber (Geschäftsführerin der Herzog-Wolfgang-Stiftung), Stefan Höhn (Vorstand Diakonie), Carsten Steuer (Vorstand Diakonie), Thomas-Erno Weidner (Vorstand BEG), Jens Kuhn (Vorstand BEG).

Foto: Susanne Lilischkis

Früher als erwartet, nämlich schon am 28. August, hat der Bau der ersten großen Photovoltaik-Anlage der Bürger-Energiegenossenschaft Südwestpfalz/Saarpfalz (BEG) begonnen. Auf dem Dach der Pflegeeinrichtung Haus Kana in Zweibrücken wird zukünftig klimaneutrale Energie aus Sonnenlicht erzeugt. Die 150 Kilowatt-Peak (kWp) große Anlage wird pro Jahr etwa 150 000 Kilowattstunden grünen Strom erzeugen und damit jährlich 100 000 Kilogramm CO2-Emissionen einsparen.

Carsten Steuer, Kaufmännischer Vorstand beim Diakonie-Zentrum Pirmasens, das Haus Kana betreibt, zeigt sich angetan von der Zusammenarbeit mit der BEG: „Das passt in unsere Regionalstrategie. Wir wollen etwas für die Menschen der Region tun, zusammen mit den Bürgern der Region.“

Die Diakonie hat nach Worten von Steuer schon einige Impulse zum Energiesparen gesetzt, zum Beispiel die Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Nun ist er gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit der BEG bewährt, eventuell wird man dann weitere Immobilien der Diakonie ausbauen.

Auch für Stefan Paul, Vorstand der BEG, ist die Diakonie ein idealer Partner für die Bürger-Energiegenossenschaft: „Wir werden die Photovoltaik-Anlage betreiben und den Strom an die Pflegeeinrichtung verkaufen. Nicht im Haus verbrauchter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.“

Von dem Modell profitieren beide Partner. Die Diakonie bekommt klimaneutralen Strom für einen günstigen Preis und die BEG kann den Genossen auf lange Sicht eine Rendite auszahlen. Diese lange Sicht ist der Knackpunkt, der die Zusammenarbeit mit der BEG für die Diakonie so interessant macht. Würde die Diakonie mit Eigenmitteln eine Solaranlage errichten, müsste die sich betriebswirtschaftlich in wenigen Jahren rechnen – was bei einer Solaranlage nicht der Fall ist. Hier mahnt Carsten Steuer den Gesetzgeber an, mit Fördermitteln soziale Institutionen wie die Diakonie zu unterstützen: „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssten sich verbessern. Wenn wir in eine Solaranlage investieren, müssen wir das aus den Einnahmen durch die Pflegesätze tun. Das bekommen wir nicht refinanziert.“ Fördermittel wären hier hilfreich, so der kaufmännische Leiter.

Das Problem der schnellen Refinanzierung hat die BEG nicht. Die Genossenschaft muss keinen Gewinn abwerfen, sie darf nur keine Verluste machen. Für die Bürgerenergie-Genossen bietet sich mit Nachrang-Darlehen, die zum Teil die Anlage finanzieren, ein Modell zur langfristigen Geldanlage.

Wie es scheint, ist das für einige der 100 BEG-Mitglieder attraktiv, die Genossenschaft konnte schon 100 000 Euro durch diese Darlehensform einnehmen, die nun zur Finanzierung der Photovoltaik-Anlage verwendet wird.

Bürgerenergie-Vorstand Stefan Paul dankt der Diakonie und der Herzog-Wolfgang-Stiftung für die Beteiligung an dem Vorhaben: „Das wird unser Referenz-Projekt. Daran können sich andere Interessierte orientieren.“

Auch Thomas-Erno Weidner vom Vorstand der BEG, zeigt sich begeistert: „Dieses Projekt ist eine gute Investition. Es ist greifbar, es ist sichtbar, nicht wie eine Aktie. Es zeigt, dass der Südwesten der Pfalz Potenzial hat.“

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