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Vereine: Bubenhauser Obstbauer huldigen der Kerb

Vereine : Bubenhauser Obstbauer huldigen der Kerb

Das Sommerfest soll an das eingeschlafene Kerbetreiben erinnern – Kreative aus vereinseigener Töpfergruppe stellten aus.

Der Obst- und Gartenbauverein Bubenhausen hat am Sonntag sein Sommerfest gefeiert. Laut dem Vereinsvorsitzenden Kurt Kennerknecht geht es dabei auch darum, an die Bubenhausener Kerb zu erinnern, die seit Jahren nicht mehr richtig gefeiert wird. Neben dem geselligen Beisammensein hat die Töpfergruppe des Vereins ihre Werke ausgestellt. Es ist nicht leicht für einen Verein wie den OGV Bubenhausen dieser Tage.

„Wir werden älter, immer weniger helfen mit“, sagt Kennerknecht. Zwar habe man 283 Mitglieder, doch beim Fest helfen wollten nicht einmal 30. „Und davon sind auch noch einige – so wie ich – krankheitsbedingt ausgefallen. Da muss man dann improvisieren“, sagt der Chef und schaut bedröppelt auf seine Krücken. Nun sei es aber nicht so, dass der Verein nichts mehr organisiere und unternehme. Neben dem Sommerfest gibt es gemeinsame Ausflüge, man stellt den Weihnachtsbaum in Bubenhausens Ortsmitte und schmückt ihn, im Herbst wird der Altar der katholischen Kirche St. Pirmin geschmückt und auch die Grünanlagen in der Dorfmitte pflegt der OGV. „Aber ehrlich gesagt tendieren wir inzwischen mehr zum Freizeit- als zum Obst- und Gartenbauverein“, erklärt Kennerknecht. Der Nachwuchs fehle einfach. Man habe in der ehemaligen Gastwirtschaft Frank ein Vereinsheim, jedoch keinen eigenen Vereinsgarten. Für dieses Jahr sind noch eine Fahrt auf ein Weinfest sowie zur Kürbisausstellung in Ludwigsburg geplant. Außerdem dürfen die OGVler aus Bubenhausen in Pirmasens bei der Schokoladenfirma Wawi und dem Lebensmittelhändler Wasgau hinter die Kulissen schauen. Im Advent geht es dann noch nach Deidesheim auf den Weihnachtsmarkt. Für einen Verein, der „nicht mehr so viel macht“, wie Kennerknecht sagt, hört sich das doch eigentlich ganz lebendig an.

„Die wenigsten haben noch einen Garten, da müssen wir eben andere Dinge tun“, erklärt Kennerknecht, der seit etwa eineinhalb Jahren das Zepter beim OGV Bubenhausen schwingt. Trotz aller Probleme hat das beim Fest der Stimmung keinen Abbruch getan. „Am ersten Augustwochenende war immer Kerb in Bubenhausen. Das wollen wir wenigstens noch ein bisschen hochhalten“, meint Kennerknecht. „Ich bin in Bubenhausen geboren und lebe hier. So ganz die Kerb aufgeben geht einfach nicht“, sagt er und lächelt. Alleinunterhalter Wolfgang hat beim Fest für Stimmung gesorgt, bei Kaffee und Kuchen sowie herzhaften Spezialitäten haben die OGVler und ihre Gäste gefeiert.

 Margit Franke (links) und Leiterin Helmi Dreyer (rechts) zeigen die Ergebnisse der Töpfergruppe des OGV Bubenhausen.
Margit Franke (links) und Leiterin Helmi Dreyer (rechts) zeigen die Ergebnisse der Töpfergruppe des OGV Bubenhausen. Foto: dob

Eine Besonderheit hat der Verein dann aber doch. Helmi Dreyer leitet seit einigen Jahren eine Töpfergruppe. „Wir treffen uns alle 14 Tage“, berichtet sie. Heraus kommen Töpferwaren, die weit mehr sind als Vasen oder Schüsseln. „Unsere rund zehn Mitglieder sind wirklich sehr kreativ und entsprechend fallen auch die Töpfereien aus“, sagt Helmi und zeigt auf die ausgestellten Stücke. Ein Chinesischer Drache ist da ebenso zu sehen wie ein Seepferdchen und viele weitere originelle Gegenstände und Skulpturen aus Ton. Margit Franke gehört zur Töpfergruppe, stellt aber auch einige ihrer Bilder aus, weil sie gerne malt. „Die Gruppe ist auch vom Persönlichen her unheimlich nett. Das ist eine ganz tolle, kreative Truppe“, findet sie. „Das ist einfach eine sehr gut Idee“, so Franke. Sogar zwei Männer sind dabei und töpfern nach Herzenslust.