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Boden für Grabfeld nicht geeignet

Boden für Grabfeld nicht geeignet

Schon im vergangenen Jahr sollten die Zweibrücker Muslime eigentlich ein eigenes Grabfeld bekommen. Doch die Suche gestaltet sich schwierig und wird sich weiter verzögern. Ein Bodengutachten durchkreuzte jetzt die Pläne des UBZ.

Rückschlag bei der Suche nach einem Grabfeld für Muslime : Wie der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) auf Merkur-Anfrage mitteilte, hat ein Bodengutachten jetzt Pläne zunichtegemacht, wonach ein solches Grabfeld auf dem Wattweiler Waldfriedhof errichtet werden sollte. Hier wollte der UBZ ein ganz neues Stück Land für den Friedhof erschließen. Eine wichtige Voraussetzung für islamische Gräber ist nämlich, dass an dieser Stelle zuvor niemand begraben war.

"Von der Lage her wäre der Standort ideal", sagt UBZ-Chef Werner Boßlet über das auserkorene Areal. Denn auch eine zweite wichtige Voraussetzung - die Ausrichtung gen Mekka - könne dort erfüllt werden. Doch der Boden ist an der Stelle einfach nicht geeignet. Ingenieur Heiko Wunderberg, Sachgebietsleiter Friedhöfe/Naturschutz, erklärt auf Nachfrage das Problem: "Der Boden ist zu fein und zu lehmhaltig", sagt er. Durch ein zu geringes Porenvolumen könne der Verwesungsprozess nicht richtig ablaufen. So sei der Standort nach Auskunft von Wunderberg grundsätzlich nicht für Erdbestattungen geeignet - egal ob die Leichen in Särgen oder Tüchern begraben werden. Letzteres entspricht den muslimischen Traditionen.

Und wie geht es jetzt weiter? "Ein kompletter Bodenaustausch wäre zu aufwendig", stellt Boßlet klar. Also könnte es auf einen ganz anderen Standort hinauslaufen, der die Voraussetzungen erfüllt. Den müsste man allerdings erst einmal finden. Der UBZ ist auf jeden Fall in engem Kontakt zur Islamischen Gemeinde Zweibrücken (IGZ), die sich schon länger ein eigenes Grabfeld für Muslime wünscht (wir berichteten). Eigentlich sollte ein solches schon vergangenes Jahr errichtet werden. Nun dürfte es sich angesichts der schwierigen Standortsuche noch weiter verzögern.

Was Bestattungen im Allgemeinen anbelangt, sind Urnenbeisetzungen weiter im Trend. Deren Anteil liege inzwischen bei 70 Prozent, sagte Boßlet - Tendenz weiter steigend. Vor allem die Nachfrage nach Bestattungen in Urnenstelen sei hoch. "Viele wollen dafür sorgen, dass ihre Angehörigen später bei der Grabpflege möglichst wenig zu tun haben", sagt der UBZ-Chef. Im Trend lägen daneben auch Baumgräber. Ob die Preise dem Trend nach Urnenbestattungen angepasst werden müssen - die Kosten dafür sind derzeit deutlich niedriger als für Erdgräber, obwohl Urnengräber auch Personalaufwand verursachen - prüfe man fortwährend.

Daneben steht noch ein ganz anderes Projekt auf der UBZ-Agenda: Laut Boßlet plant die Stadttochter einen Tierfriedhof, der ebenfalls am Waldfriedhof angesiedelt werden soll. Dafür steht das Bodengutachten nach Auskunft des UBZ-Chefs noch aus. Ideal wäre des Standorts im vorderen Bereich, weil er laut Boßlet deutlich vom normalen Friedhof getrennt wäre. "Da muss man sehr behutsam vorgehen", sagt der UBZ-Chef. Natürlich spiele beim Bestattungswesen der emotionale Aspekt immer eine besondere Rolle.