Bleibende Spuren hinterlassen

Nach 14 Jahren als erster Beigeordneter des Landkreises Südwestpfalz geht Ernst Hügel Ende des Monats auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Landrat Hans Jörg Duppré würdigte bei der Verabschiedung die Direktheit und Glaubwürdigkeit des SPD-Politikers.

Am Sonntag wurde Ernst Hügel mit einer kleinen Feierstunde im Kreistagssaal der Kreisverwaltung in Pirmasens verabschiedet. 14 Jahre lang war der SPD-Politiker erster Beigeordneter des Landkreises Südwestpfalz, zuständig für Jugend und Soziales. Auf eigenen Wunsch scheidet Hügel aus, geht in den Ruhestand .

Unter das Motto "Nix wie weg!" habe Hügel selbst diese Verabschiedung gestellt, sagte Landrat Hans Jörg Duppré bei seiner Ansprache zum Abschied seines langjährigen ersten Beigeordneten und Stellvertreters. Das klinge zwar nach Panik und einer fluchtartigen Absetzbewegung, so Duppré, zeuge aber eher von der flotten und saloppen Art der Rede, die Hügel durchaus eigen sei.

Der Landrat erinnerte an die Wahl Hügels vor 14 Jahren, als sich der ehemalige Lehrer von einem Tag zum anderen in seiner neuen Aufgabe in der Verwaltungsspitze des Landkreises zurechtfinden musste - mit konträr diskutierten Bereichen wie kommunale Finanzen oder Zusammenführung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II. Hügel habe sich, so der Landrat, in seinen Zuständigkeiten Soziales, Jugend, Familie und Sport so bewährt, dass der Kreistag vor acht Jahren "ohne Zögern und Murren" ihn in seinem Amt bestätigte. Duppré würdigte die Direktheit und Glaubwürdigkeit seines Beigeordneten, der am Ende des Monats in den Ruhestand geht, und auch seine unglaubliche Kenntnis von Land und Leuten. Der Landrat sprach von Freundschaft und auch von harten Diskussionen ohne Scheuklappen. Doch auch nach heftigem Streit sei im Interesse aller immer eine Einigung erzielt worden. Er werde die besänftigende Handbewegung Hügels vermissen, die "komm mal wieder runter" bedeutete, wenn er in Rage war, sagte Duppré. Auch für dieses offene Gegenübertreten sei er seinem scheidenden ersten Beigeordneten dankbar, der "seinen Landrat" vielleicht auch mal zu dröge und zu förmlich gefunden habe. Mit Herzblut habe Hügel seine Arbeit gemacht, sagte SPD-Fraktionssprecher Alexander Fuhr. Er habe sich auch eingesetzt für viele Menschen, mit denen er zu tun hatte, und die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Fuhr würdigte die Einrichtung des Kommunalen Jobcenters, das auch in den Arbeitsbereich des ersten Beigeordneten falle, als Pionierleistung und gewaltige Herausforderung. Hügel habe bleibende Spuren hinterlassen.